Fotografien von zwei Diskusfischen

Letzte Änderung am 06.09.2010,
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Fragen & Antworten

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Fragen zur Optimierung meiner Wasserwerte und meiner Anlage (2010-05-31)

Ich habe ein bepflanztes 580-l-Gesellschaftsbecken, unter anderem mit 12 Diskusfischen und 60 Roten Neons. Die Aquarien-Wasserwerte sind pH = 6,8, GH = 11 und KH = 6; mein Leitungswasser hat pH = 7,6, GH = 16 und KH = 13. Am Becken hängen zwei Eheim-Topffilter mit 7,3 bzw. 2,3 l Filtervolumen. Zur Wasseraufbereitung verwende ich einen stark sauren Kationenaustauscher. Jede Woche wechsle ich 140 l Wasser, davon die Hälte entkarbonisiertes und die andere Hälfte Wasser aus der Leitung. Nun meine Fragen an Sie:
(1) Ist es sinnvoll, das Wasser nur durch den Kationenaustauscher herzustellen oder ist es besser, mit einer Vollentsalzungsanlage zu arbeiten? Bekannte von mir sagen nämlich, dass das Wasser nicht mehr biologisch ist, wenn man mit einem Kationenaustauscher arbeitet. Eine Osmoseanlage möchte ich aber aus Platz- und Wasserabfallgründen nicht.
(2) Ist ein NItratfilter, der alle vier Wochen mit Kochsalz regeneriert wird, heute noch zeitgemäß?
(3) Wie kann ich mein Filtervolumen erhöhen, um eine gute biologische Filterung zu erreichen? Eine Hamburger-
Filtermatte möchte ich in meinem Schauaquarium nicht und ein Rieselfilter für den vorhandenen Unterschrank ist möglicherweise zu riskant und zu kompliziert zu bauen.
(4) Zur Beheizung habe ich einen 300-W-Regelheizer und eine 50-W-Heizkabelheizung (15 m Rohrlänge) in Betrieb. Letztere schalte ich jede Nacht per Zeitschaltuhr zwischen 0 und 6 Uhr ab. Habe ich dadurch irgendwelche Nachteile zu befürchten? A.-P.R. Crailsheim

Ihr Ausgangswasser (Leitungswasser) ist an und für sich gut für die Entkarbonisierung mit einem stark sauren Kationenaustauscher geeignet, da die Gesamthärte zu über 80 % aus der Karbonathärte gebildet wird. Daher entsteht dann in Ihrem Fall beim Ionenaustausch auch primär Kohlensäure (deswegen das stark saure Wasser). Bevor Sie Leitungswasser zumischen, sollte das entkarbonisierte Wasser kräftig belüftet werden, und zwar so lange bis der pH-Wert nicht mehr steigt. Wenn Sie die von Ihnen genannten Werte im Aquarium konstant - also ohne Schwankungen - erreichen und die Fische sich wohlfühlen, sehe ich bei dem geannten Mischdungsverhältnis keinen Anlass, zur Vollentsalzung überzugehen. Dies wäre nur nötig, wenn Sie z.B. ein Zuchtwasser herstellen wollten.

Nein, eine Nitratabsenkung mit einem Nitrataustauscher, der zwar Nitrat entfernt, aber dafür Chlorid ins Wasser abgibt und so das Ionenverhältnis des Aquarienwassers verfälscht, ist nicht mehr zeitgemäß. Da gibt es schon bessere Produkte (siehe frühere Ausgaben unserer Zeitschrift; z.B. Reinhard Karl: Ionentauscher für die aquaristische Praxis, Teil 1: Nitratentfernung mit nitratselektiven Anionentauschern. DISKUS BRIEF 3/1999) – es muss ja nicht gerade der in unserem Buch "Diskus-Aquarien und Großanlagen" beschriebene Schwefelfilter (autotropher Nitratreaktor) sein.

Was die Erhöhung des Filtervolumens anlangt, könnten Sie noch einen oder auch zwei weitere (evtl. größere) Topffilter in Reihe schalten, wobei Sie den zuletzt durchströmten nur noch ganz selten reinigen müssten. Alternativ könnte man auch gleich einen größeren Topffilter einsetzen – sie gibt es ja heute bis zu 25 l Behältervolumen, sie sind dann allerdings relativ teuer.
Wenn es die Aufstellung Ihres Aquariums erlaubt, können Sie neben das Becken schließlich auch einen oben offenen Mehrkammer-Außenfilter aus (selbst-) geklebten Glasscheiben stellen, der dann auch zwischen 20 und 30 l Inhalt haben kann, evtl. sogar noch mehr.
In keinem Fall sollten Sie den Fischbestand in Ihrem Becken weiter erhöhen - er liegt an der oberen Grenze und Ihre Diskusfische und Antennenwelse wachsen noch.

Wenn Sie zur Energieeinsparung jede Nacht sechs Stunden lang Ihre Heizkabelheizung abschalten, werden Sie keine Nachteile haben, denn Ihr 300-Watt-Regelheizer bleibt ja durchgehend in Betrieb. Sollte die Wassertemperatur am Morgen wirklich um zwei oder drei Grad abgefallen sein, so entspricht dies nur den Bedingungen im Habitat.

Planarien im Aquarium, was tun? (2010-01-04)

In meinem 350-l-Becken, reichlich bepflanzt und einem Amazonas-Biotop nachgebildet, pflege ich außer vier braunen Diskusfischen vier Schmetterlingsbuntbarsche, acht Endlers Guppys und zwei blaue Antennenwelse. Die Schmetterlings- und Diskusbuntbarsche erzeugen regelmäßig Gelege. Meine Wasserwerte: pH = 6,7, GH = 8 °dGH, KH = 3 °dKH, Nitrit = 0,1 mg/l, Nitrat = 13 mg/l. Seit etwa zwei Monaten beobachte ich kleine weiße Würmchen, die aus dem Bodengrund und aus der Schwimmpflanzendecke kommen und etwa 3-4 mm lang und sehr dünn sind. Sie bewegen sich schlängelnd im Wasser fort und wurden bisher von den Schmetterlingsbuntbarschen und den Guppys eigentlich gerne gefressen. Inzwischen nehmen diese „Tierchen“ aber stark überhand und ich vermute, dass sie verantwortlich dafür sind, dass aus den Gelegen nie etwas wird. Besonders viele sehe ich regelmäßig bei den Wasserwechseln.

Handelt es sich bei diesen Würmchen um Planarien und wie werde ich sie wieder los? A. B., Heidenau

Eine Bestimmung der von Ihnen beobachteten „Tierchen“ ist mir aufgrund Ihrer etwas spärlichen Angaben leider nicht möglich. Sie müssten schon einige Exemplare herauskäschern und unter einer guten Lupe betrachten und mir dann eine möglichst genaue Skizze erstellen, aus der hervor geht, ob die Würmchen glatt oder gegliedert sind, ob ein Kopf erkennbar ist, ob Fühler und Tentakeln zu sehen sind usw. Hängen sie auch an Pflanzen und Dekorationsgegenständen? Kriechen sie die Scheiben entlang?
Es können natürlich Planarien sein, aber auch Kleinst-Ringelwürmer (zu letzteren gehören z.B. Tubifex). Wenn sie vorwiegend beim Wasserwechsel zu sehen sind, werden sie vielleicht dabei durch das einlaufende Frischwasser aufgewirbelt, leben also relativ geschützt im Bodengrund.

Wenn Sie das „Ungeziefer“ dauerhaft, also für immer, loshaben wollen, werden Sie vermutlich um eine Totalausräumung und –Desinfizierung Ihres Aquariums (auch des Filters, sämtlicher Schläuche usw., vor allem auch der Pflanzen) nicht herumkommen. Der Bodengrund muss mindestens zwei Stunden im Backofen bei ca. 150 °C erhitzt, die Schläuche mit kochendem Wasser durchgespült, besser jedoch durch neue ersetzt werden.
Alternativ käme auch eine Bekämpfung der Planarien (wenn es solche wirklich sind) mit dem verschreibungspflichtigen Medikament Flubenol-5%, einem weißen Pulver, in Frage. Eine Dosierung von 200 mg je 100 l Aquairenwasser überstehen Ihre Diskusfische, nicht aber die Scheibenwürmer. Wegen der nach einer Woche anfallenden, unter Umständen beträchtlichen Menge an toter Masse sollte nach sieben Tage ein Teilwasserwechsel mit Bodengrundabsaugung und -Reinigung bei entsprechender Nachdosierung von Flubenol-5% erfolgen. Die Eier der Planarien werden durch das Medikament leider nicht geschädigt, so dass nach drei Wochen eine Behandlungswiederholung nötig ist. Achtung: in Becken mit Bodengrund können einige Planarien überleben. 

Vorschlag: bevor Sie sich die Arbeit der Becken-Totalausräumung machen, können Sie sich in Ihrer Apotheke ein paar Körnchen Ammoniumnitrat geben lassen, in einem Glas mit Wasser auflösen und dann einige Würmchen in das Glas geben. Gehen die meisten ein, könnten Sie eine Behandlung des gesamten Aquariums mitsamt Inhalt (nur die Diskusfische würde ich sicherheitshalber heraus fangen) versuchen: 0,6 bis 0,8 g Ammoniumnitrat je 100 l Wasser, 2 Tage lang, der pH-Wert muss unter 7,5 sein. Falls keine sichtbare Befallsminderung auftritt, ist die Prozedur nach 3-4 Tagen zu wiederholen.

Ich vermute, Sie füttern Lebendfutter und auch relativ viel Rinderherz. Reduzieren Sie beides.
Weitere Informationen erhalten Sie bei meiner für Sie kostenlosen wöchentlichen telefonischen Hotline-Beratung dienstags zwischen 18 und 20 Uhr.

Medikamente mit dem Wirkstoff Nifurpirinol bald nicht mehr erhältlich? (2009-06-30)

Folgende Fragen richteten wir mit der Bitte um Stellungnahme an Aquarium Münster, einen von mehreren Herstellern von nifurpirinolhaltigen Fischheilmitteln gegen bakterielle Erkrankungen: 

Trifft es zu, dass Nifurpirinol vom (deutschen ?) Markt genommen wird bzw. bereits genommen ist, somit also auch Ihr Produkt aquafuran? Wenn ja, ab welchem Zeitpunkt? Was passiert mit den Beständen an aquafuran in Ihrem Lager und bei den Zoogeschäften? Wird es Nifurpirinol künftig evtl. gegen Rezept eines Fachtierarztes (für Fische) als Reinsubstanz weiter geben?

Hier die Antwort des Anbieters:
Es ist richtig, das Nifurpirinol unter die Verschreibungspflicht gestellt wurde. Damit sind Produkte mit dieser Substanz praktisch nicht mehr zu vermarkten und werden vom deutschen Markt verschwinden.
Arzneimittel mit dem Wirkstoff Nifurpirinol dürfen schon heute nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Aber bis einschließlich Oktober 2010 dürfen diese Produkte noch abverkauft werden. Im Großhandel sind noch ausreichende Mengen vorhanden, so dass zumindest unsere Produkte aquafuran, furamin und Aquamor 1 wahrscheinlich noch bis dahin erhältlich sein werden.

Generell ist es so, dass eine Verschreibungspflicht zur Folge hat, dass ein entsprechendes Präparat, das diesen Wirkstoff enthält, zulassungspflichtig wird. Damit ist das Produkt - wie oben schon ausgeführt - in Deutschland nicht mehr vermarktbar. Eine Zulassung wäre zwar grundsätzlich möglich, aber wirtschaftlich für den Bereich der Aquaristik nicht zu rechtfertigen. Das bedeutet also, dass nirfurpirinolhaltige Präparate in Deutschland zukünftig nicht mehr erhältlich sein werden. Wie die Situation in anderen EU-Ländern (z.B. in Österreich und den Niederlanden) aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Unser Haus hat bereits auf der letzten Interzoo mit aquafloxin für Süßwasser (bzw. floximarin für Meerwasser) ein Produkt mit dem Wirkstoff Sarafloxacin vorgestellt, das eine gute Alternative ist. Insbesondere bei Columnaris-Infektionen, bei denen wir es in der Vergangenheit leider immer wieder mit Resistenzen gegen Nifurpirinol zu tun hatten, haben wir mit aquafloxin (floximarin) gute Erfolge.

Dirk Pahlsmeier, Aquarium Münster Pahlsmeier GmbH

Dosierung von Panacur? (2009-01-28)

Leider habe ich über die Behandlung von mit Bandwürmern befallenen Diskusfischen mit dem Medikament Panacur in der Literatur und auch im Internet keine aussagekräftigen Informationen gefunden. Es  wäre daher sehr nett von Ihnen, wenn Sie mir eine Dosierungsanleitung schicken könnten unbd bedanke mich schon im Voraus. S.F., Taucha

Meiner Meinung nach gibt es zur Bekämpfung von Bandwürmern effizientere und vor allem sicherere Medikamente (z.B. Praziquantel) als Panacur mit seiner Wirksubstanz Fenbendazol, dessen Anwendung leicht zu einer Wassertrübung führen kann. Außerdem gilt der Wirkstoff als schlecht wasserlöslich. Dies ist wohl auch der Grund, warum Panacur in den meisten Fachbüchern nicht (mehr) aufgeführt ist (im Buch "Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen" finden Sie einige Angaben zu Fendbendazol auf den Seiten 148/149).
Aus den gleichenen Gründen wurde Panacur früher fast immer nur als Medizinalfutter verwendet: man badete lebende rote Mückenlarven in 1-2 l Wasser, in dem zuvor 200 - 300 mg Wirksubstanz (also nicht das käufliche Panacur) je l Wasser aufgelöst wurden so lange, bis die ersten Mückenlarven abstarben. Dann wurden die befallenen Fische zwei Mal täglich mindestens fünf Tage lang ausschließlich damit gefüttert. Behandlungswiederholung nach etwa einer Woche.
Wenn die Fische Rinderherz fressen, lässt sich Panacur leicht einarbeiten (Anhaltswert: ca. 50-60 mg Fenbendazol je kg Futter); alternativ kann man Trockenfutter (Granulat) vor der Verfütterung in einer Panacur/Wasser-Lösung tränken. Ein derartiges Futter sollte (ausschließlich) 15 Tage lang hintereinander angeboten werden. Bei dieser Art der Behandlung über ein Panacur-Medizinalfutter droht natürlich keine Wassertrübung mit der Gefahr eines Sauerstoffdefizites, welches oft zum plötzlichen Tod der Fische führt.
Bei Diskusfischen, die nichts mehr fressen (wobei nach meiner Erfahrung selbst stark mit Bandwürmern befallene Tiere fast immer noch Nahrung zu sich nehmen), könnte eine Badebehandlung bei einer Dosierung von 30 mg Fenbendazol je l Wasser bei ständiger Beobachtung versucht werden (Dauer: mindestens 24 Stunden).
Persönlich sehe ich eigentlich nur einen einzigen klaren Vorteil bei der Verwendung von Panacur in der Aquaristik: Scheibenwürmer werden abgetötet.

Gibt es Erfahrungen mit Schwefelnitratfilter im Diskusbecken (2008-09-18)

In meinem bepflanzten Diskusbecken (ca. 700 l) habe ich bei regelmäßigem Wasserwechsel einen Nitratwert von 50 bis 100 mg/l. Besetzt ist das Becken mit elf adulten Tieren. Ich möchte den Nitratwert senken, da ich einen Teil der Tiere gegen Heckel-Diskusfische austauschen möchte. Gibt es Erfahrungen mit dem Schwefelnitratfilter oder würden Sie mir zu herkömmlichen Austauscherharzen raten? B.R., Email

Es gibt schon Erfahrungen mit dem Betrieb von Schwefelnitratfiltern an großen Diskusaquarien (z.B. S. 76-86 in dem DISKUS BRIEF-Buch "Diskus-Aquarien und Großanlagen"), doch ich würde Ihnen dieses Verfahren nur dann empfehlen, wenn Sie auch wirklich bereit sind, die im Filter ablaufenden chemischen Prozesse durch Wassertests zu überwachen. Im sehr weichen Wasser droht z.B. ein Sturz des pH-Wertes - eine kontinuierliche pH-Überwachung ist daher bei weichen Wässern angebracht.
Wenn Sie den Nitratgehalt nicht durch einen stärkeren und/oder öfters stattfindenden Wasserwechsel senken können (oder wollen), dann ist der Einsatz von Austauscherharzen eine sinnvolle Alternative. Verwenden Sie aber keine Harze, die zwar Nitrat entfernen, dafür aber Chlorid ans Wasser geben. Wesentlich besser sind die schwach basischen Anionenaustauscher, z.B. Lewatit MP62, die neben Nitrat auch noch Chlorid, Sulfat und Phosphat aus dem Wasser entfernen und die Karbonathärte stabilisieren. Damit besteht auch nicht die Gefahr eines Säuresturzes.

Futter für Diskus-Wildfänge? (2008-03-25)

Können Sie mir Empfehlungen für das Füttern von Wildfängen geben? Die Meinungen und Erfahrungen gehen da doch sehr auseinander. Zurzeit füttere ich weiße und schwarze Mückenlarven und selbstgemachtes Rinderherz mit Vitaminzusatz. Was halten Sie von Granulat? D.K., Bad Salzdetfurth 

Wenn es sich nicht gerade um frisch importierte sondern um bereits eingewöhnte Wildfänge handelt, besteht bei der Fütterung kein prinzipieller Unterschied zu nachgezüchteten Diskusfischen. Ich nehme an, dass es sich bei den Mückenlarven, die Sie anbieten, um Frostfutter und nicht um Lebendfutter handelt. Bei lebenden Mückenlarven besteht nämlich immer das Risiko der Einschleppung von Krankheiten oder Parasiten: nachdem ich selbst jahrelang einmal je Woche Lebendfutter verfüttert hatte, verlor ich Ende 2007 drei Wildfänge nach der Verfütterung von roten und weißen lebenden Mückenlarven. Seitdem habe ich Lebendutter bis auf Enchyträen ganz vom Futterplan gestrichen.
Ihr selbst gefertigtes Rinderherz sollte nicht nur Vitamine enthalten, sondern pflanzliches  Flockenfutter und/oder Spinat, Eigelb, Möhrensaft, Spirulina usw. Reines Rinderherz ist, auch wenn Sie Vitamine zugeben, kein artgerechtes Futter für Diskusfische.
Gegen Diskus-Granulat ist nichts einzuwenden; verfüttern Sie es aber nicht zu reichlich (es quillt im Wasser auf) und nicht als Alleinfutter.  

Im Zuchbecken kein Gelege mehr, warum? (2008-01-29)

Da ich Anfängerin in Sachen Diskuszucht bin, bitte ich Sie um Rat zu meinen "Red Royal"-Fischen. Die Tiere sind in einem Aquarium mit 240 l Wasser. Wir hatten vergangene Woche mehrere Eier an den Aquarienscheiben. Wir würden gerne mal Junge züchten; mein Mann hat deshalb jetzt das Pärchen alleine in ein anderes Aquarium umgesetzt und einen Ablaichkegel dazugetan - aber es tut sich nichts mehr. Was machen wir falsch? M. M., Krefeld

Da Sie weder etwas ausgesagt haben über das Alter der Fische noch über die Wasserwerte in beiden Becken, ist ein Grund für das Ausbleiben weiterer Eiabgaben nicht anzugeben. Ich vermute jedoch, dass es sich um ein noch sehr junges und unerfahrenes Paar mit erst sehr schwacher Bindung handelt, das noch nie Junge aufgezogen hat. Solche Tiere müssen die Paarbindung erst festigen, dann lassen sie sich auch durch Umsetzen in ein anderes Aquarium nicht vom Ablegen abhalten. Sie schreiben „von mehreren Eiern“, die Sie an der Scheibe gesehen haben: sollte es sich dabei nur um vereinzelte Eier und nicht um ein Gelege mit mindestens 50 Eiern gehandelt haben, dann deutet dies darauf hin, dass die Fische noch nicht ganz geschlechtsreif sind. Mit anderen Worten: Ihr Mann hat das "Paar" wohl etwas zu früh umgesetzt. Mein Vorschlag: setzen Sie es wieder in das 240-l-Becken zurück und geben Sie den Tieren dort noch einige Wochen oder Monate Gelegenheit, voll geschlechtsreif zu werden und Balz- und Brutaktivitäten zu erlernen, wie z.B. das Verteidigen des Gelege gegenüber anderen Beckeninsassen.
Bei einem späteren erneuten Einsetzen in ein Zuchtaquarium sollten Sie rechtzeitig daran denken, dass zur Entwicklung der Diskus-Gelege unter Umständen andere Wasserwerte Voraussetzung sind als die in Ihrem Gesellschaftsbecken.

Wie stark muss meine Pumpe sein? (2008-01-02)

Ich stelle mir gerade ein Diskus-Aquarium mit 1.680 l (brutto) auf. Es misst 210 x 100 x 80 cm. Die Hauptfilterung des Wassers befindet sich genau unterhalb des Beckens, allerdings nicht im Unterschrank, sondern im Keller! Über einen Ablaufschacht, der mit Biobällen gefült werden soll, rieselt das Wasser in den Kellerraum und soll dann über Watte, Filtermattenwürfel und Siporax gereinigt werden. Dann muss eine Pumpe das gefilterte Wasser wieder nach oben befördern: rund 2,5 m Höhe sind es bis zum Rand des Aquariums. Wie stark muss die Pumpe sein? R. W., Höxter

Zunächst einmal schlage ich vor, dass Sie Ihren Ablaufschacht, durch den das "Schmutzwasser" nach unten strömt, nicht nur mit Biobällen füllen, sondern als obere Schicht mit grober Filterwatte, die öfters gereinigt werden sollte. Auf diese Weise werden die Biobälle von Wasser durchströmt, das bereits vom gröbsten Schmutz frei ist.
Was die Wahl der Leistungsstärke der Pumpe anlangt, so rechnen Sie sicherheitshalber mit 3 m Förderhöhe und berücksichtigen Sie auch, dass eine gewisse Leistungsabsenkung durch die nicht vermeidbare Verschmutzung im Hauptfilter auftritt. Jeder seriöse Hersteller von Aquarienpumpen sollte die Pumpencharakteristik seiner Produkte angeben: daraus kann man sofort ersehen, welcher Durchsatz bei 3 m Höhe noch gegeben ist (allerdings bei sauberem Wasser !). Mit dem von Ihnen festzulegenden stündlichen Wasserdurchsatz liegt dann sofort die Mindest-Wattzahl, also die Stärke der Pumpe, fest. Jeder Zoohändler berät gerne weiter.

Längere Behandlungszeiten bei Flagellatenbekämpfung mit Metronidazol? (2007-09-16)

In Ihren beiden ausführlichen Veröffentlichungen über die Bekämpfung von Darmflagellaten mit dem Medikament Ridzol (Wirkstoff: Ronidazol) in DISKUS BRIEF 3 und 4/2006 kommen Sie zu dem Ergebnis, dass die Behandlungszeit mindestens 7 Tage mit täglicher Nachdosierung sein muss. Wäre es dann nicht angebracht, auch bei einer Behandlung mit dem Wirkstoff Metronidazol längere Behandlungsdauern anzustreben? Gibt es vielleicht schon Erfahrungen? J.S., Duisburg

Dr. Henner Neuhaus, Fachtierarzt für Fischkrankheiten an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, hat in der Zeitschrift DATZ 9/2007 einen Artikel "Zum Einsatz von Metronidazol gegen Magen-Darm-Flagellaten" veröffentlicht. In ihm empfiehlt er eine ganz ähnliche Verfahrensweise mit ebenfalls 7-tägiger Behandlung: Metronidazolzugabe (zwischen 500 und 700 mg/100 l) alle 48 Stunden, wobei vor der 2. und 3. Zugabe jeweils ein starker Wasserwechsel erfolgen sollte (80 %).
Von Anwendern haben wir über den Erfolg einer verlängeren Metronidazol-Behandlung bisher noch keine Rückmeldungen erhalten. Wir bitten daher behandelnde Aquarianer, die die Auswirkung einer Flagellatenbehandlung durch mehrfache Kotprobenuntersuchungen absichern, vielmals, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Muschelkrebse im Diskusbecken (2007-08-19)

Ich habe mir mit Regenwasser oder sonstwie Muschelkrebese (Cypris) in meine Aquarienanlage eingeschleppt. Die Krebse sind überwiegend im Filter aber auch am Boden der Becken deutlich erkennbar - und vermehren sich auch. Sie oder ihre Larven setzen meinen Diskusfischen erheblich zu. Dies macht sich durch Zucken, Schütteln und Scheuern bemerkbar. Ab und zu sind meine Fische auch dunkel.
Gibt es eine Möglichkeit, diese Krebse im Aquarium abzutöten? Ich habe dies schon mit Formaldehyd, Wasserstoffperoxid und Neguvon versucht, leider ohne Erfolg. K.S., Worms

Es muss sich bei den in Ihren Aquarien vorkommenden Muschelkrebsen (Ostracoda) schon um eine sehr aggressive Art handeln, denn normalerweise werden diese, wenn überhaupt, nur der Fischbrut so richtig gefährlich. Nach der Fachliteratur gelten sie eher als harmlose Mitbewohner; daher gibt es auch keinen Bekämpfungsvorschlag.
Vorausgesetzt es handelt sich wirklich um Cypris (0,5 bis max. 3 mm groß werdend; ruhige gleitende Fortbewegung, auch entlang der Frontscheibe eines Aquariums), muss man etwas mehr über sie wissen, um zu verstehen, warum Ihre bisherigen Bekämpfungmaßnahmen erfolglos waren und warum sich die Tiere im Aquarium vermehren können.
Die Tiere sitzen in dicht schließenden, zweiklappigen Schalen. Werden sie gestört oder beunruhigt, schließen sie ihre Schalen und sinken auf den Boden. In ihren Gehäusen sind sie so gut geschützt, dass sie z.B. bei Wasserknappheit nicht einmal austrocknen würden. Auch bei einem Medikamenteneinsatz verschließen sie sich und können so überleben. Daraus folgt, dass Cypris mit Chemikalien oder Medikamenten vermutlich nicht auszurotten sind. So leid es mir lut, muss ich Ihnen daher ein völliges Ausräumen der befallenen Aquarien und eine sehr gründliche Desinfektion empfehlen. Bodengrund, Schläuche, Filtermaterialien und evtl. vorhandene Pflanzen sind sicherheitshalber zu erneuern. Versuchsweise können Sie zuvor allenfalls in einem Ihrer Becken testen, ob vielleicht ein mehrstündiges starkes Aufheizen des Wassers mit (mehreren) Tauchsiedern auf Temperaturen über 70 °C die Muschelkrebse abtötet (es versteht sich von selbst, dass die Fische zuvor umgesetzt werden müssen).
Zur Vermehrung von Cypris in den Becken kommt es deswegen, weil die Muschelkrebschen nicht von den Fischen gefressen werden.

Künstliche Aufzucht (2007-06-26)

Ich habe ein Paar "Leopard Snakeskin", außergewöhnlich schöne Tiere, die regelmäßig ablaichen, große befruchtete Gelege hervorbringen, dann aber bei der Brutpflege versagen. Sie pusten und wedeln so stark gegen das Gelege, dass die frisch geschlüpften Larven abfallen und immer weniger werden. Gibt es Erfahrungen zum Thema "künstliche Aufzucht"? S.K., Ludwigsfelde

Vielleicht lernt das (möglicherweise noch junge und entsprechend unerfahrene) Paar ja die Brutpflege im Laufe der Zeit noch. Man muss als Züchter viel Geduld haben.

Die künstliche Aufzucht ist hierzulande, im Gegensatz zu Kanada und den USA, nicht allzu gebräuchlich, so dass auch nicht zu viele Langzeit-Erfahrungen deutscher Züchter bekannt sind. Zur Aquarama 2007 ist jedoch mit dem neuen 132-seitigen Buch "Trophy Discus"  von Dick Au (USA), Sun See Seng (Singapur) und Francesco Denitto (Italien) ein Werk erschienen, das unter anderem ein neunseitiges Kapitel über die Technik der künstlichen Diskusaufzucht nach aktuellstem Stand enthält. Das Buch ist über den Verlag Natur & Wissenschaft zum Preis von 29,80 Euro incl. Porto erhältlich; leider existiert es nur in englischer Sprache. Eine ausführliche Buchbesprechung wird in DISKUS BRIEF 3/07 (erscheint Mitte September 2007)  veröffentlicht.

Diskusverlust durch "verschobenes" Wasser? (2007-04-30)

In meinem bepflanzten Diskusaquarium halte ich seit einigen Monaten je zwei rote und zwei Türkisdiskusfische, die noch nicht ausgewachsen sind. Einer der beiden Roten ging mir unlängst ein, und jetzt fängt leider auch schon der zweite rote Diskus an zu kränkeln, während die beiden türkisfarbenen Diskus wohlauf sind. Da mein Leitungswasser mit 23 Grad dGH für Diskusfische sehr hart ist, entsalze ich es so, dass im Becken nur noch 3-4 Grad dGH sind; die Karbonathärte ist mit 13 Grad dKH wie im Leitungswasser. Was soll ich tun? H.U.

Wenn Sie die Gesamthärte Ihres Leitungswasser bei unveränderter Karbonathärte von 23 auf 3-4 Grad reduzieren, ist dies keine Entsalzung, sondern ein Neutralaustausch. Dieser Typ von Ionenaustauscher, der mit Kochsalz regeneriert wird, wandelt alle Salze in Natriumsalze um. Deswegen misst der GH-Test sehr geringe GH-Härten (weil ja die Härtebildner Kalzium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht wurden), aber der Salzgehalt des Wassers ist trotzdem unverändert - was man durch Messung der elektrischen Leitfähigkeit gut nachweisen kann. Der eigentliche Nachteil des für die Aquaristik völlig ungegeeigneten Neutralaustausches ist jedoch die drastische, unvorteilhafte Verschiebung des Ionenspektrums. Durchaus möglich, dass als Folge Ihre Diskusfische im Dauerstress sind, an Immunstärke verlieren und dadurch letztlich erkranken. Dass sich Ihre Türkisdiskusfische (bisher !) von den vorliegenden Wasserwerten unbeeindruckt zeigen, könnte damit zusammenhängen, dass sie robuster sind als die roten Hochzuchtdiskus. Empfohlene Sofortmaßnahme vor einer evtl. konkreteren Krankheits-Untersuchung Ihrer Fische: entnehmen Sie entweder das Wasser für Ihr Aquarium vor Ihrem Neutralaustauscher oder hängen Sie einen Vollentsalzer hinter das "Enthärtungsgerät". Das aus dem Vollentsalzer ablaufende Wasser muss dann natürlich entweder durch eine entsprechende (käufliche) Salzmischung oder einen Teil Leitungswasserzugabe aufgehärtet werden.

Kann ich Krebse im Diskusbecken mitbehandeln? (2007-04-03)

Ich beabsichtige, mir zu meinen Diskusfischen Zwergkrebse Cambarellus patzcuarensis sp. "Orange" zuzulegen. Falls ich eine Kiemenwurmbehandlung mit Flubenol-5% und DMSO vornehmen muss, vertragen das die Krebse? Wenn nicht, wie soll ich mich verhalten? W.W., Frankfurt/M

Wie bei allen Wirbellosen müssen Sie natürlich auch beim Orangen-Zwergflusskrebs, Cambarellus patzcuarensis, bei Medikamentenbehandlungen sehr aufpassen, denn diese Tiere vertragen praktisch keine Medikamente, zumindest nicht in den Dosierungen wie sie für Diskusfische üblich sind. Außerdem wird stark angezweifelt, dass Süßwasserkrebse unter den gleichen Krankheiten bzw. Parasiten wie Diskusfische leiden. Krebse müssen also für die Dauer der Diskus-Behandlung in ein separates Behältnis umquartiert werden, das notfalls auch ein gut verschlossener größerer Eimer (bei nur einem Krebs) oder eine Styropor-Box mit Heizregler, "Blubberfilter" und einigen Versteckplätzen sein kann. Zurückgesetzt werden dürfen die Krebse nach der Behandlung erst nach mindestens 24-stündiger Aktivkohlefilterung und einem Teilwasserwechsel.

PS: Da der Orangen-Zwergflusskrebs nur 3-4 cm groß wird (die Weibchen etwas größer als die Männchen), behelligt er auch die Diskus nicht. Die Krebse kommen aus Mexico aus einem Gebiet mit vulkanischem Grundgestein, vertragen also sehr gut leicht saures "Diskuswasser". Unterbinden Sie in Ihrem Gesellschaftaquarium jegliche Möglichkeit des Ausbrechens, denn Krebse sind darin wahre Meister!

Warum atmen meine Diskusfische so schwer, alle anderen Fische fühlen sich wohl? (2007-03-22)

Mein bepflanztes und mit Kohlendioxid (CO2) versorgtes 450-l-Becken ist mit sechs braunen Diskus-Wildfängen, ca. 30 Neons, 8 Beilbäuchen sowie sechs L- und acht Panzerwelsen besetzt. Die Wasserwerte sind pH = 7,0, GH = 7 und KH = 3. Alle Beifische fühlen sich pudelwohl, nur die Diskus atmen seit drei Wochen schwer, fressen aber. Eine Temperaturerhöhung auf 32-33 °C über 4 Tage brachte ebensowenig Erfolg wie eine Flubenolbehandlung gegen einen möglichen Kiemenwurmbefall. Was soll ich jetzt noch tun? S.W., Sarstedt

Eine Kiemenwurminfektion äußert sich nicht durch erschwerte Atmung, sondern durch rasche Atmung, Hin- und Herschießen, Auswürgebewegungen, Schnellen an Einrichtungsgegenständen oder Pflanzenblättern und durch abstehende Kiemendeckel. Bevor überhaupt an den Einsatz von Medikamenten gedacht wird, sollten generell immer die Wasserwerte überprüft werden, auch wenn Sie überzeugt sind, dass die stimmen. Dies beschränkt sich nicht nur auf Temperatur, pH, GH und KH, sondern umfasst auch Nitrat, Nitrit und Kohlendioxid. Messen Sie zur Sicherheit vor allem CO2 mit einem guten Tropfentest aus dem Zoohandel: der Wert sollte tunlichst nicht über 25 mg/l liegen. Schon manche vermeintliche Gesundheitsprobleme von Diskusfischen konnten auf Fehler in der CO2-Zudosierung zurückgeführt werden. 

Rückmeldung des Aquarianers S.W.: Es war tatsächlich kein Kiemenwurmbefall, sondern eine CO2-Überdüngung. Wir hatten unseren pH-Controller (Fa. Dennerle) auf pH = 6,95 eingestellt. Anscheinend ist jedoch in letzter Zeit unbemerkt der pH-Wert unseres Leitungswassers erheblich angestiegen (z.Zt. pH = 9,1 !), so dass der Controller zu viel CO2 an das Wasser freigegeben hat. Nach einer Minderung der CO2-Zufuhr und durch zusätzliche Einstellung des pH-Wertes durch Eichenextrakt fühlten sich meine Diskusfische wieder wohl. 

„Blasen“ auf der Stirn? (2007-03-07)

Mein Züchter kann mir leider nicht helfen und ich brauche dringend Ihren Rat. Bei allen meinen Diskusfischen hat sich im Stirnbereich über dem Maul eine Art Schwellung gebildet. Wenn die Fische gegen das Licht schwimmen, sieht es so aus als wären die Stellen mit Flüssigkeit gefüllt. Bei einem Weibchen ist mittlerweile schon eine regelrechte Blase entstanden, dieses Tier frisst auch seit drei Tagen nicht mehr. Was soll ich tun? M.H., Dettenhausen

Zu vermuten ist ein bakterieller Hintergrund. Versuchen Sie daher eine Behandlung mit einem Heilmittel aus dem Zoofachhandel, das den Wirkstoff Nifurpirinol enthält und melden Sie sich wieder, falls die Symptome nicht verschwinden sollten.

Nachtrag: Eingesetzt von M.H. wurde Aqua Furan (Wirkstoff: Nifurpirinol). Nach einer Rückmeldung des Diskusbesitzers ist die Blase des Weibchens kurz nach der Medikamentenzugabe aufgeplatzt; die Stelle wurde mit Rivanol betupft. Daraufhin schrumpfte die Blase zusammen; gleichzeitig ging dieser Diskus wieder ans Futter. Die "Beulen" bei den anderen Fischen waren ebenfalls zurückgegangen. Die Krankheit ist geheilt. Trotzdem sollte im Nachhinein der Frage nachgegangen werden, warum es überhaupt zu dieser "Bläschenbildung" kommen konnte.

Leuchtstoffröhren vom Baumarkt? (2007-02-26)

Ich möchte demnächst mein mit vier größeren Echinodorus bepflanztes Aquarium mit drei neuen 58-W-Leuchtstoffröhren bestücken. Nun habe ich gelesen, dass ganz normale Tageslichtröhren, die im Baumarkt nur 6 € je Stück kosten, völlig ausreichend wären. Warum soll ich mir dann die teuren Marken-Leuchtstoffröhren kaufen, die ein Mehrfaches kosten?
D.A., Landau

Ich möchte von Ihrem Vorhaben abraten. Marken-Pflanzenröhren zur Ausleuchtung eines bepflanzten Aquariums entsprechen in Bezug auf Lichtfarbe, spektraler Verteilung und Farbtemperatur genau den Bedürfnissen der Wasserpflanzen. Dafür sind sie schließlich auch entwickelt worden. Außerdem ist ihr Lichtspektrum so, dass sie ein starkes Algenwachstum verhindern können. Durch Kombination verschiedener Leuchtstoffröhren können Sie nicht nur die Lichtbedürfnisse der Pflanzen erfüllen, sondern gleichzeitig auch die Farben Ihrer Fische gut zur Geltung bringen. Ich persönlich finde, dass zu einem schön gepflegten, dekorierten Wohnzimmer-Aquarium einfach keine Billigprodukte aus dem Baumarkt passen (bei sterilen Aufzuchtbecken im Keller beispielsweise würde meine Empfehlung allerdings anders ausfallen).

Augenreizung durch Herausfangen (2007-02-06)

Ich habe einen meiner Diskusfische in ein zweites Becken umgesetzt und dabei leider ein relativ hartes Netz verwendet. Der Fisch hat sich darin durch heftige Bewegungen das linke Auge beschädigt: es ist jetzt teilweise trüb. Verschwinden diese Scheuerspuren wieder oder ist der Fehler von Dauer? H.W., Worms

Normalerweise sind durch den Käscher verursachte „Augenreizungen“ temporär, verschwinden also nach längstens einigen Wochen wieder. Achten Sie in der nächsten Zeit auf sehr gute Wasserwerte: Sie können unterstützend auch über Torf filtern oder einen guten Wasseraufbereiter zugeben. Und kaufen Sie sich einen Käscher mit weichem Netz! Um beim Herausfangen von Fischen künftig derlei Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie immer mit einer Hand den Fisch vor zu starken Zappelbewegungen im Netz hindern.

Wachstumsrate und Lebenserwartung von Diskusfischen (2007-01-31)

Mit welcher „Geschwindigkeit“ wächst der Diskus und wie hoch ist in etwa seine Lebenserwartung? Ich habe drei Diskusfische; sie sollen jetzt ein Jahr alt sein und haben eine Größe von ca. 8 cm. Normal oder nicht? R.B., Köln

Es gibt keine allgemeine Regel über die Wachstumsgeschwindigkeit von Diskusfischen, denn sie ist von vielen Parametern abhängig, z.B. vom Farbschlag, von der Besatzdichte, den Wasserwerten usw. In den ersten Wochen nach dem Schlupf verdoppelt sich die Größe jeweils in relativ kurzen Zeitabständen; nach etwa neun Monaten ist das Wachstum bereits deutlich langsamer, nach 1 ½ Jahren praktisch abgeschlossen. Ein sehr rasches Wachstum in den ersten Wochen erfordert freilich eine oftmalige tägliche Fütterung durch den Züchter und reichlich Wasserwechsel. Wird in dieser Phase geschlampt, holen das die Fische später nicht mehr auf und bleiben klein. Wenn Ihre Tiere jetzt ein Jahr alt sind, ist eine Größe von 8 cm (ist das mit oder ohne Flossen gemeint?) eher gering.

Zum erreichbaren Alter von Diskus-Buntbarschen: bei guter Pflege können Diskusfische gut über 10 Jahre alt werden; so gibt es z.B. verlässliche Angaben (mit Fotodokumentation) über ein erreichtes Alter von 14-15 Jahren. Das in dem Buch "Diskusfische - Schwimmende Juwele" auf Seite 89 abgebildete WF-NZ-Weibchen, damals (1998) 15 Jahre alt, wurde gemäß den akribisch genauen Aufzeichnungen des Züchters Roland Fischer genau 17 Jahre, 4 Monate und 24 Tage alt - gerechnet ab dem Tag des Freischwimmens! Der Züchter Bernd
Meurer berichtete der DISKUS BRIEF-Redaktion, dass er eine Gruppe von Nhamunda-Wildfängen, die er als etwa zweijährige Tiere bekommen hatte, 12 Jahre lang besaß; diese Fische wurden somit 14 Jahre alt. In der Natur erreichen Diskusfische ein solches „biblisches“ Alter wohl nie.

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