Jubiläums-Sonderangebot des DISKUS BRIEF-Verlags während der
13. Zierfische & Aquarium 2010 in Duisburg
Aus Anlass des 25. Bestehens der Zeitschrift DISKUS BRIEF bietet der Augsburger Verlag auf der bevorstehenden 13. Zierfische & Aquarium bzw. dem 8. Internationalen Diskus-Championat in Duisburg (30.9.- 3.10.2010) die noch lieferbaren Ausgaben der Jahre 2003, 2004 und 2005 zu einer Schutzgebühr von nur 1 € je Heft an. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, einzelne fehlende Ausgaben bzw. - bis auf den Jahrgang 2003 - ältere Jahrgänge komplett nachzukaufen.
Dieses besondere Angebot gilt nur für die Dauer der Messe und nur solange der Vorrat reicht. Es kann nicht garantiert werden, dass an allen Messetagen vollständige Sätze aller drei Jahrgänge vorhanden sein werden (dies gilt vor allem für den Jahrgang 2003).
Vergriffenes Fachbuch "Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen" als zweite, deutlich erweiterte und aktualisierte Auflage ab 29. September 2010 erhältlich. Für Abonnenten des DISKUS BRIEFs bietet der Verlag ein zeitlich befristetes Subskriptionsangebot zu Sonderkonditionen an. Details dazu lesen Sie bitte in der Rubrik "Literatur".
Letzte Diskus-Vorträge von Horst Köhler
Im Rahmen des abwechslungsreichen Vortragsprogrammes auf dem 8. Internationalen Diskus-Championat in Duisburg (30.9.-3.10.2010) wird Horst Köhler, Gründer und seit fast 25 Jahren Verleger und Schriftleiter des DISKUS BRIEFs, seine beiden letzten öffentlichen Diskus-Vorträge halten. Die Themen seiner "Abschiedsvorträge" lauten:
Freitag, 1.10.2010, 12 Uhr: Gesundheitsprophylaxe bei Diskusfischen: Horst Köhler liest und kommentiert Auszüge aus seiner soeben erschienenen Buch-Neuauflage "Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen"
Samstag, 2.10.2010, 12 Uhr: Unser Diskus-Hobby - quo vadis?
Ort: jeweils in einer der beiden Vortragsräume auf der Empore der Ausstellungshalle.
Diskus-Totalausfall durch ungewaschene Filterwatte
Immer wieder werden Todesfälle von Diskusfischen durch Verwendung von ungewaschener Filterwatte bekannt. So verstarben im Juni einem Züchter durch verunreinigte Filterwatte in seinem 1.100-Liter-Hälterungsbecken 23 ausgesuchte adulte Diskus-Wildfänge. Nur ein einziges Mal hatte der Betroffene es wohl versäumt, die Filterwatte vor ihrem Einsatz im Biofilter auszuwaschen. Er erwischte eine ungewaschene Ware aus dem Keller, in der wohl Mäuse genistet hatten. Sie übertrugen nach Ansicht des eingeschalteten Tierarztes einen Virus, der alle Diskusfische innerhalb von acht Stunden tötete. Den etwa 100 Beifischen schien das Virus nichts ausgemacht zu haben - sie überlebten unbeschadet.
Der Schock beim Diskusbesitzer saß begreiflicherweise sehr tief, denn er gab die Zucht und Pflege von Diskufischen sofort auf.
Horst Köhler (13.8.2010)
Presse-Information
TMS, Dresden (12. Februar 2010)
Heimtiermesse Hannover setzt Maßstäbe für die internationale Aquaristik
3. Internationales Aquaristik-Championat, NANO-Wettbewerb und Garnelen-Championat erfolgreich zu Ende gegangen
Bereits zum dritten Mal verwandelte der Wettbewerb "Die Kunst der Pflanzen-Aquarien - The Art of the Planted Aquarium" - die Heimtiermesse Hannover vom 5. bis zum 7. Februar 2010 in ein Mekka für Aquarienliebhaber. Das Championat der besten Aquariengestalter, organisiert von der TMS Event GmbH, zog nationale und internationale Besucher auf das Messegelände und begeisterte das Publikum mit originell gestalteten Unterwasserwelten. Harald Soßna, Inhaber des Aquaristikfachgeschäftes „das aquarium“, Braunschweig und ideeller Träger des Championats, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der gestalteten Becken und fasste die Meinung von Jury und Fachbesuchern so zusammen: „Das Niveau der eingerichteten Aquarien Polen, Dänemark und Rumänien haben hier höchsten internationalen Standard präsentiert. „The Art of the Planted Aquarium“ hat sich damit sowohl im Bereich der XL-Aquarien als auch im NANO-Bereich als einer der weltweiten Höhepunkte im Aquaristikbereich etabliert.“

Leider würden die in ein derartiges, wahrlich kunstvoll dekoriertes Becken eingesetzten Fische das Aquarium nicht so sehen wie wir Menschen und sofort damit beginnen, es umzugestalten (vor allem zu verschmutzen). Im Bereich der (größeren) XL-Aquarien gewann dieses Aquascaping-Kunstwerk in Hannover den 3. Preis. TMS-Pressefoto von Georg Werner Just.
Die internationale Jury, bestehend aus
Prof. Dr. Ole Pedersen (Dänemark), Oliver Lucanus (Kanada), Roland Strößner
(Deutschland), Karen Randell (USA), Luca Galarraga (Brasilien) und Bartlomiej
Lipczynski (Polen) machte sich die Entscheidung nicht leicht, unter den
einfallsreich gestalteten und betitelten Aquarien die besten auszuwählen. Dabei
wurden die Becken nach den Kriterien Originalität, Komposition und Harmonie der
Bepflanzung, Dekoration, Kondition der Pflanzen, Raumaufteilung,
gestalterischer Eindruck und Dauerhaftigkeit des Layouts bewertet. Das Publikum,
welches u.a. aus Dänemark, Polen, Frankreich, Holland, Italien, Österreich und
Schweden angereist war, zeigte sich ebenfalls begeistert von der Kreativität
der Aquarianer: Die Schau-Aquarien waren innerhalb kurzer Zeit verkauft.
Diskus und die Haustiermesse Wien 2009
Am 28. und 29. November 2009 fand die "Exotica-Haustiermesse Wien" in der Halle A des Messezentrums Wien Neu statt, das Anfang 2004 neu eröffnet worden war. Wegen der großen Zahl der Aussteller musste die Terraristik-Börse aufgeteilt werden: so kamen am Samstag die Freunde der Schlangen und meisten Wirbellosen auf ihre Kosten, am Sonntag dann die Liebhaber deranderen Reptilien. Die Halle A ist mit etwa 9.000 qm Fläche zwar relativ groß, doch wenn sie auf die Bereiche Katze, Hund, Terraristik und Aquaristik aufgeteteilt werden muss (den Gastronomie-Bereich nicht zu vergessen), dann ist das Gedränge vorprogrammiert. So war es dann auch: zwar wurde die vom Veranstalter (Exotica Veranstaltungen GmbH, Wien) erhoffte Besucherzahl von 30.000 nicht erreicht, aber 25.000 Besucher bedeutete doch ein deutliches Plus gegenüber der letzten Wiener Exotica. Wer etwa die Veranstaltungshalle der jährlichen Duisburger Messen "Zierfische & Aquarium" kennt (ca. 6.000 qm) und weiß, dass dort eine ähnliche Besucherzahl, allerdings verteilt auf 4 oder gar 5 Tage, erreicht wird, kann sich leicht vorstellen, wie groß das Geschiebe in Wien war.
Leider spielte die Aquaristik auch 2009 im Vergleich zu den anderen Ausstellerbereichen nur eine nachgeordnete Rolle, hat also noch deutlichen Aufholbedarf. Das im Vorfeld groß angekündigte Sonderthema "Diskus - König der Aquarienfische", mit großer Sonderausstellung, entpuppte sich leider als Nahezu-Flop. Es war zwar eine Reihe von Diskus-"Behältern" aufgestellt, allerdings ziemlich lieblos am Rand der Halle platziert. Dazu kommt, dass relativ viele dieser Aquarien leer waren. Der Grund dafür ist offenbar gewesen, dass der zuständige Amtsveterinär das Fehlen von Bodengrund und Versteckmöglichkeiten moniert hat, worauf etliche Fischaussteller verärgert mit ihren Diskusfischen wieder abgezogen sind.
Schade, dass der Veranstalter offensichtlich in dieser Situation keine Möglichkeit hatte, kurzfristig einige Ersatz-Aussteller aus den österreichischen Diskus-Vereinen zu bewegen, ihre Diskusifsche in Wien zu präsentieren. Eine zumindest angedachte Diskus-Prämierung musste daher ebenfalls gestrichen werden.
Schade, dass die Chance vertan wurde, das österreichische Messe-Publikum von der Schönheit des Diskus zu überzeugen.
Presse-Information von Aquarium Münster – Pahlsmeier GmbH, Telgte:
Amazonas-Expedition mit Project Piaba und Dr. Gerald Bassleer
Zusammen mit dem Projekt Piaba unternimmt Dr. Gerald Bassleer Anfang 2010 einen Amazonas-Trip, der nun auch deutschen Aquaristik-Fachleuten offen steht.
Die insgesamt 15-tägige Reise beginnt mit einem Besuch der
brasilianischen Messe "Aquamazonia 2010" und dem Besuch von
Fischfarmen in Manaus. Anschließend folgt eine Bootsreise über Rio Negro, Amazonas
und andere verschiedene Flüsse mit Stopps an Wasserfällen, Inseln, Stränden und
Dschungeldörfern. Die Unterbringung erfolgt auf drei gut ausgestatteten Booten
in klimatisierten Doppelkabinen mit eigenem Bad. Am Tag werden
Kanu-Expeditionen gemacht. Auf der Reise wird es reichlich Gelegenheit geben
für Dschungelexpeditionen, Schwimmen, Schnorcheln, Beobachtungen von Vögeln,
Affen und anderen exotischen, auch nachtaktiven Tieren, Besuch von Fischfängern
und Exporteuren. Ein Schwerpunkt wird natürlich die Entdeckung und Beobachtung
der heimischen Fische im Schwarz- und Weißwasser sein. Mit etwas Glück wird
sich die Gelegenheit ergeben, mit den wunderschönen Süßwasser-Delphinen zu
schwimmen.
Nebenfluss des Rio Negro, bei der letzten Amazonas-Reise von Gerald Bassleer aufgenommen. Pressefoto von Aquarium Münster – Pahlsmeier GmbH, Telgte
Das Projekt Piaba ("Piaba" ist der örtliche Begriff
für "Zierfisch") ist ein gemeinnütziges Programm zum Schutz und
Erhalt der Natur und Zierfischbestände im Rio Negro Becken.
Der weltweit anerkannte Ichthyologe Dr. Gerald Bassleer, Autor einiger Fachbücher über Fischkrankheiten (z. B. "Der neue Bildatlas der Fischkrankheiten") und Entwickler von "Dr. Bassleers Biofish Food", ist seit einigen Jahren Präsident des internationalen Verbands der Zierfischbranche "OFI - Ornamantal Fish International". Er hat bereits 2008 eine ähnliche Reise gemacht und möchte die unvergessliche Erfahrung mit anderen Naturliebhabern und Zierfisch-Enthusiasten teilen. Er wird die Reise fachlich begleiten und wissenschaftliche Untersuchungen an den heimischen Zierfischen durchführen.
Die Kosten für die 15-tägige Reise (24. Januar bis 6. Februar 2010) betragen bei eigener Anreise 2.500 US$. Davon gehen 400 US$ als Spende an das Project Piaba.
Informationen gibt es auf den Websiten des Project Piaba:
http://www.opefe.com/piaba.html
http://www.acecotour.com
http://www.aquamazonia2010.com
Buchung und nähere Informationen bei:
Project Piaba, Mr. Ning Labbish Chao (Manaus, Brasilien)
Mobil: + 55 92 9018-2178
Brasilien schließt Zierfisch-Exportanlagen
In der dritten Augustwoche 2009 machte die brasilianische Umweltbehörde IBAMA Ernst und schloss wegen illegaler Zierfischtransporte und -Exporte fünf brasilianische Exportfirmen, darunter so bekannte Unternehmen wie das Hom Aquarium und Aguapeixe Aquarium in Altamira sowie das weltweit bekannte Turkys-Aquarium in Manaus. Mehrere Verantwortliche wurden inhaftiert, so auch Asher Benzaken, Chef von Turkys Aquarium, der einst die Station von seinem österreichischen Schwiegervater Willi Schwarz übernommen hatte. Zumindest das Turkys Aqaurium ist heute, fast zwei Monate später, noch immer geschlossen. Die Zierfische der Exportstationen, damit natürlich auch die Diskusfische, wurden von der IBAMA in die jeweiligen Fanggebiete zurückgebracht.
Damit hat die IBAMA ihren angekündigten harten Kurs unter Beweis gestellt und fortlaufende Verstöße gegen ihre im letzten Jahr erstellte "Positivliste" geahndet. Diese "Positivliste" erfasst all jene Arten, die legal gefangen und ausgeführt werden dürfen (im Gegensatz zu einer so genannten "Negativliste", die alle Fischarten umfassen würde, die nicht gefangen werden dürfen).
Die Konsequenzen des massiven Durchgreifens der IBAMA sind mannigfaltig: so wurden beispielsweise Altamira und Manaus nicht nur um große Steuerzahler ärmer gemacht, sondern die für die geschlossenen Firmen tätigen Fischfänger haben im Moment keine Abnehmer und damit auch keine Arbeit und kein Einkommen mehr - wenn sie überhaupt ihr Geld für die zuletzt abgelieferten Fänge erhalten haben.
Georg Wüst und Horst Köhler
Gewinner-Diskus beim 1. Nordic Discus
Championship in Schweden

Beim ersten Skandinavischen Diskus-Championat Anfang April 2009 in Schwedens Hauptstadt Stockholm (siehe unsere Voraus-Berichterstattung vom 13.3.2009 weiter unten in dieser Website-Rubrik) konkurrierten ingesamt 58 Diskusfische in acht Bewertungsklassen aus dem Gastgeberland Schweden sowie aus Italien und Deutschland um den begehrten Titel des "Grand Champion". Eine dreiköpfige Jury wählte den hier gezeigten Diskusfisch von Udo Thrän, Deutschland, als den "schönsten" der Show aus. Das Foto stammt von Wilhelm Lubkowitz. Weitere Diskusfotos dieser Veranstaltung und einen kurzen Bericht darüber finden interessierte Leser in DISKUS BRIEF 3/2009.
Bernd Degen zieht sich zurück:
bede-Buchprogramm vom Ulmer-Verlag übernommen
In letzter Zeit war es bereits etwas ruhiger um Bernd Degen geworden, der es wie kein anderer verstanden hat, den Diskus auf professionelle Weise über zahlreiche Bücher und andere Druckwerke international bekannt zu machen (und zu vermarkten). Sein 1984 von ihm gegründeter bede-Verlag brachte es mit ca. 270 lieferbaren Titeln (über die Aquaristik hinaus über Themen aus der Terraristik, über Hunde usw.) zum Marktführer mit Büchern zur Hobbytierhaltung.
Nun zieht sich Bernd Degen aus Altersgründen aus dem Geschäft zurück und übergibt zum 1. Juli 2009 das gesamte Buchprogramm dem Stuttgarter Ulmer-Verlag. Dazu gehört auch das jährlich erscheinende Diskus-Jahrbuch. Die Verantwortung und die Weiterentwicklung des bede-Buchprogrammes, das weiterhin unter diesem Kürzel existieren wird, liegt jetzt ganz beim Verlag Ulmer; B. Degen wird in einer Übergangszeit noch beratend tätig sein. Mit der Übernahme wird Ulmer mit insgesamt über 500 lieferbaren Titeln zum Verlag mit dem umfangreichsten und breitesten Programm zur Hobbytierhaltung.
Schon vor einigen Monaten wurde eine weitere "Transaktion" publik: der bede-Verlag übergab seine Aquarienzeitschrift "Aquarium live" der Verantwortung des Ismaninger Gong-Verlages, der bisher drei Ausgaben in neugestalteter Form herausbrachte. Auch für den Abo-Service und den Vertrieb dieser Publikation ist bede nicht mehr zuständig.
Weitere Informationen über die Änderung des Besitzerverhältnisses des bede-Verlages Ruhmannsfelden erscheinen in einer der kommenden DISKUS BRIEF-Ausgaben.
Ergebnisse von Diskus- und Diskusbiotopstudien
Einen außergewöhnlich informativen und wirklich gehaltvollen 19-seitigen aktuellen Artikel über die Ergebnisse von Diskusstudien im natürlichen Lebensraum in Amazonien findet sich in der Oktober/Dezember-Ausgabe 2008 der wissenschaftlichen Zeitschrift Neotropical Ichthyology; die Arbeit kann auch im Internet gelesen bzw. ausgedruckt werden, ist allerdings in englischer Sprache. Autor ist William G. R. Crampton von der Fakultät Biologie an der University of Central Florida. Der Titel lautet: Ecology and life history of an Amazon floodplain cichlid: the discus fish Symphysodon (Perciformes: Cichlidae). Die Arbeit basiert auf der Untersuchung von Hunderten von Diskusfischen, geht aber eingangs beispielsweise auch auf die Taxonomie und Systematik der Gattung Symphysodon nach dem neuesten Stand ein. So stellt Crampton z.B. fest, dass die Autoren Ready et.al. für ihre Gattungs-Revision von 2006 und nur einen einzigen „blauen“ Diskus der nördlichen Population (unterer Rio Iça) untersucht haben, Bleher et.al. (2007) überhaupt keinen. Er kündigt weitere systematische Studien an, die die damit zwangsläufig verbundenen Unsicherheiten in den Schlussfolgerungen ausräumen sollen.
Aus presserechtlichen Gründen können hier nur einige wenige der veröffentlichten Erkenntnisse referiert werden. So wurde aus Hunderten im Bereich der Uxi-Bucht im Lago Amana (Schwarzwasserregion nahe des Amazonas im nordwestlichen Brasilien, östlich des Rio Japurá und nördlich von Tefé gelegen) gefangener Diskusfische verschiedener Größen eine Zufallsauswahl von 218 Tieren abgetötet und unter anderem auf das Geschlecht untersucht. Ergebnis: 71 Männchen, 68 Weibchen und der Rest juvenile Fische. Auch wenn die Männchen im Mittel größer und schwerer waren als die Weibchen, gab es zwischen den Geschlechtern kaum Unterschiede im Verhältnis Standardlänge zu Gewicht.
Im Dezember 2007 hatten die Forscher 91 in der Uxi-Bucht gefangene Diskusfische (lebend) markiert und danach wieder an ihren genauen Fangplätzen ausgesetzt. Elf Monate später, im November, geschah das gleiche mit 219 weiteren Diskusfischen. Bei dieser Aktion wurde ein im Dezember 2007 gewogener, vermessener und markierter Diskus zum zweiten Mal gefangen. Äußerst interessant daran ist das in der Zwischenzeit erfolgte Wachstum und die Gewichtszunahme in den elf Monaten: die Standardlänge dieses speziellen Fisches nahm von 108 mm auf 137 mm zu und das Gewicht von 71 auf 151 Gramm, hat sich also mehr als verdoppelt!
Auch die Magenuntersuchungen erbrachten Interessantes: so betrug der so genannte Magen-Füllungsgrad der bei Niedrigwasser gefangenen Diskusfische nur 28,4 % (n=75), wobei ein Drittel der sezierten Fische völlig leere Mägen hatten. Bei den bei hohem Wasserstand gefangenen Fischen (n=50) lag diese Verhältniszahl mit 89,2 % deutlich höher; unter dieser Gruppe befand sich kein einziger Diskus, dessen Magen zu weniger als 50 % gefüllt war. Dies bestätigt die bereits in DISKUS BRIEF 1 und 2/2008 veröffentlichten Aussagen zum jahreszeitlich unterschiedlichen Fressverhalten von Diskusfischen im Habitat.
Wir können die Arbeit nur nachdrücklich allen Englisch sprechenden Diskus-Liebhabern zum Studium empfehlen, auch wenn zur Illustration des Berichtes kein einziges Diskusfoto beigestellt ist: der Wert eines Artikels über Diskusfische ist eben völlig unabhängig von der Zahl der mitveröffentlichten bunten Diskusbildchen …
Wildfang verweigert Nahrungsaufnahme 3 1/2 Monate lang
Es ist durchaus kein Einzelfall, dass neu erworbene Diskusfische, vor allem Wildfänge, beim Neubesitzer trotz sorgfältiger, langsamer Anpassung der Wasserwerte vor dem Einsetzen anfangs nur zögernd ans Futter gehen, ja dieses sogar einige Wochen ganz verweigern. Dass aber ein Diskus-Wildfang 3 1/2 Monate lang, also mehr als ein Vierteljahr, nichts frisst, dürfte sehr selten sein. Doch nach vielen Bemühungen seines neuen Besitzers kam er wieder "auf die Beine".
In der DISKUS BRIEF-Ausgabe 2/2009 vom 15.6.2009 wird dieser Fall näher beschrieben und aufgezeigt, wie auch ein "notorischer Futterverweigerer" gerettet werden kann. Dabei war dieser Diskus nicht etwa ein Neuimport aus Brasilien, sondern er kam von seinem Vorbesitzer aus Deutschland, wo er nach dessen Aussage normales Fressverhalten gezeigt hatte.
Das Foto von Horst Köhler, Friedberg, zeigt den stark abgenommenen Wildfang in dem Moment, wo er 3 1/2 Monate nach Erhalt erstmals auf Futtersuche ging.
18. Aqua-Fisch 2009, Friedrichshafen: ein Kurzrückblick
Rund 26.000 Besucher und damit ungefähr 5.000 weniger als im Vorjahr verzeichnete die 18. Aqua-Fisch 2009, die größte süddeutsche Angler- und Aquaristikmesse, die vom 6. bis zum 8. März in Friedrichshafen am Bodensee stattfand. Die Ursache für die etwas schlechtere Besucherzahl war einerseits die von bisher vier auf drei Tage verkürzte Messedauer (Freitag bis Sonntag) und die - wieder einmal - ungünstigen spätwinterlichen Straßenverhältnisse mit Schneematsch und teilweise Eisglätte zumindest an den beiden ersten Tagen (dagegen konnte die Aqua-Fisch 2008 vom frühlingshaften Wetter profitieren).
Die Aquaristikhalle 4 war diesmal trotz großzügiger Standaufteilung und breiter Hallengänge nicht ganz ausgebucht. Ob dies mit dem Wechsel des Veranstalters zusammenhängt, kann wohl erst nächstes Jahr gesagt werden: während die Aqua-Fisch in den letzten Jahren vom Duisburger Zoohaus Zajac GmbH ausgerichtet wurde, hat diese Aufgabe in diesem Jahr erstmals der Dresdener Messeveranstalter TMS Messen GmbH übernommen.
Wie immer, so gab es auch 2009 auf der Aqua-Fisch am Bodensee ein großes Angebot an Wirbellosen und Zierfischen, von der kleinsten Garnele bis zum Diskusfisch - in allen Farbvarianten, Größen und allen Preisklassen. Foto von Horst Köhler.
So war es auch nicht allzu überraschend, dass es in Friedrichshafen sowohl Bewährtes, als auch Neues zu sehen und zu bewundern gab. Einen umfangreichen Besuchsbericht können Sie in der Juni-Ausgabe des DISKUS BRIEFs lesen.
Traditionsgemäß wird die Aqua-Fisch aufgrund der Lage von Friedrichshafen im Süden Deutschlands von sehr vielen Schweizern und Österreichern besucht, was beim Messedurchgang immer wieder zu hören war.
Nordisches Diskus-Championat Anfang April 2009 in Schweden
Das erste skandinavische Diskus-Championat (Nordic Discus Championship) und zugleich das allererste in Schweden stattfindende Diskus-Championat wird vom 3. bis zum 5. April 2009 in Schwedens Hauptstadt Stockholm im Butterfly House ablaufen. Veranstalter ist die Nordic Discus Society (NDS, Nordiska Diskus Sällskapet) mit der Firma Akvarielagret und dem Butterfly House als Mitveranstalter und Hauptsponsoren. Um die Diskusbewertung spannt sich ein Reigen weiterer aquaristischer Veranstaltungen: der schwedische Guppy-Verband (Swedish Guppy Society) bereitet eine Guppy-Ausstellung vor, die Nordic Cichlid Society führt ihre turnusmäßige Jahresshow im gleichen Gebäude durch und es wird auch ein informatives Cichliden- und Diskus-Vortragsprogramm geben.
Die angemeldeten Bewertungsfische müssen am 1. und 2. April (am 2.4. bis spätestens 15 Uhr) in ihren Becken sein. Die Bewertung selbst erfolgt durch ein Team von vier Juroren (darunter drei aus Deutschland) am Abend des 2. April. Die Teilnahmegebühr für jeden Fisch beträgt 350 SEK (ca. 35 €). Die Bewertungsbecken haben eine Größe von 57 x 60 x 30 cm (ca. 100 l); das Wasser hat einen Leitwert von rund 150 µS/cm, einen pH-Wert von 7,2 und wird auf eine Temperatur von 30 °C erwärmt werden. Derzeit sind insgesamt neun Bewertungskategorien, darunter drei für Wildfänge, eingeplant; je nach der Zahl der angemeldeten Diskusfische kann es aber auch kurzfristig zu Zusammenlegungen kommen.
Die Preise für die Sieger: für den 1. Rang gibt es ca. 100 € und einen Pokal, für den 2. Rang ca. 50 € und Pokal und für den 3. Rang ca. 30 € plus Pokal.
Das Ausfischen der bewerteten Diskusfische findet am letzten Veranstaltungstag, den 5. April, ab 16 Uhr statt.
Nähere Informationen zum Nordic Discus Championship gibt es über http://www.ndss.se und http://www.nordicdiscussociety.com.
Dieses Foto von April 2007 zeigt ein Heckel-Männchen des schwedischen Züchters und langjährigen DISKUS BRIEF-Abonnenten Bosse Quiding mit einem Teil seiner Babys. Verpaart wurde es mit einem roten Alenquer-Weibchen. Der Züchter zählte 300 frei geschwommene Jungfische, von denen die stolze Zahl von 297 groß wurden. Noch heute besitzt Bosse Quiding von dieser Nachzuchtgruppe 13 Fische, von denen unlängst einer mit seinem „Heckel-Vater“ ablaichte. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein. Foto von Matthias Alroth, Schweden.
Man darf dem jungen aktiven schwedischen Diskus-Verein für sein bevorstehendes Championat viel Erfolg und einen guten Verlauf wünschen. Die Diskus-Szene ist im nördlichen Europa weit weniger stark vertreten als beispielsweise in Deutschland: es gibt ungefähr 30 schwedische Diskuszüchter, in ganz Skandinavien sind es vielleicht nur etwa 50 Züchter.
Schwerpunktausgabe „Diskus“ der Amazonas
Die im 4. Jahrgang erscheinende Aquaristikzeitschrift Amazonas aus dem Verlag NTV in Münster widmet ihre Ende Oktober 2008 erschienene November/Dezember-Ausgabe (Nr. 20) rund zur Hälfte dem Thema Diskus. Einen maßgebenden Anteil daran hat als Autor Horst Köhler: von ihm stammen nicht nur das Titelbild, das reich bebilderte 13-seitige Titelthema „Asiatische Farbschläge: Revolution in der Diskuszucht“ (laut Amazonas-Chefredakteur Hans-G. Evers Topaspirant für den Titel „längster bisher in der Amzonas veröffentlichter Artikel“), sondern auch ein vierseitiges Interview mit Oswald Hanke, Diskus-Züchter der Farbvariante „Oriental Dream“. Weitere Diskus-Beiträge sind ein Interview mit Heinz Stendker „Diskus – made in Germany“ (5 Seiten) und ein Bericht über den Besuch der Asher Tropical Fish Farm in Indonesien (5 Seiten). Daneben gibt es interessante Aquaristikberichte, wie einen Reisebericht, Berichte über einen südamerikanischen Raubwels, über Blaubarsche, Wasserpflanzen und den Harnischwels Harttia duriventris.
Zoo-Zajac-Presseinformation
7. Internationales Diskus Championat und 11. Zierfische & Aquarium 2008:
Erfolgreiche Messekombination begeisterte die Aquarianer
Vom 2. bis 5. Oktober 2008 war Duisburg der Treffpunkt für Aquarianer und Diskusfreunde aus aller Welt. Das 7. Internationale Diskus Championat und die parallel stattfindende 11. Zierfische & Aquarium luden zum Informieren, Erleben, Erfahrungsaustausch und Einkaufen ein. Über 32.000 Besucher aus aller Welt kamen nach Duisburg und erlebten vier Tage lang eine gelungene Messekombination. Das Angebot der Messe ließ keine Wünsche offen und den Besuchern bot sich ein Messeerlebnis der besonderen Art. An den Messeständen konnten die Besucher alles vom Fisch über das Fachbuch bis hin zum kompletten, hochmodernen Aquarium finden und auch kaufen. Die Aquarienbewohner selbst konnten auf der Messe natürlich auch erworben werden. Für jeden Geschmack und jede Aquariengröße war das Richtige dabei. Neben dem unschlagbaren Angebot erhielten die Besucher an den Messeständen auch individuelle Beratung. Vereine und Verbände präsentierten dem Publikum ihre Arbeit und standen ebenfalls mit guten Tipps zur Seite. Die Messe bot eine einzigartige Informationsplattform, die sowohl von Neueinsteigern in das Hobby als auch von erfahrenen Aquarianern genutzt wurde.
Bild 1: Schönster Wildfang 2008 wurde in Duisburg dieser braune Diskus von Suei-Yang Yi aus Taiwan. Er war mit deutlichem Vorsprung auch 1. Sieger in der Bewertungsklasse Brauner Diskus. Insgesamt gab es in Duisburg 106 Wildfänge zu sehen.
Viele artgerecht und den natürlichen Biotopen der Fische nachempfundene Schau-Aquarien versetzten die Besucher ins Staunen und boten Anregungen für das eigene Aquarium. Die Messe ist seit Jahren der wichtigste Treffpunkt zum Informationsaustausch. Hier konnten die Besucher andere Aquarianer treffen und ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen austauschen. Das erstklassige und mit zahlreichen Experten der Aquaristik-Szene sowie Autoren besetzte Vortragsprogramm bot den Besuchern in zwei Vortragsräumen informative und spannende Vorträge rund um die Aquaristik. In einem Raum fand ein Vortragsforum mit allen Themen rund um den Diskus statt. Hier gaben Experten wie Heiko Bleher, Dieter Untergasser, Horst Köhler, Bernd Degen und viele mehr wertvolle Tipps und beantworteten die Fragen der Besucher. In dem zweiten Vortragsraum widmeten sich die Referenten allen weiteren Themen rund um das Thema Aquaristik. Auch hier blieben keine Fragen offen.
Bild 2: Dieser Diskus aus dem Becken mit der Nummer 275 wurde trotz seiner kleinen Größe, für die es Abzüge gab, von der internationalen Jury als die beste Zuchtform gewählt. Besitzer des Fisches ist Akira Ishinabe von Tokyo Pet aus Japan. Er erhielt ein Preisgeld von 1.000 € für den Sieg in der Klasse Open Class-striped/spotted sowie 5.000 € für den Titel Beste Zuchtform.
Das 7. Internationale Disksus Championat bot den Besuchern mit rund 370 ausgestellten Diskusfischen, die von Teilnehmern aus aller Welt nach Duisburg gebracht wurden, die weltgrößte Diskusausstellung mit den schönsten Wildfängen und besten Zuchtformen. Die sechsköpfige internationale Jury, die über jahrelange Erfahrungen rund um den Diskus verfügt, hatte es bei der Bewertung der Fische nicht leicht. Am Ende durften sich Yi Suei-Yang aus Taiwan über die Auszeichnung für den schönsten Wildfang und Akira Ishinabe aus Japan über den Preis für die schönste Zuchtform freuen. Zum Publikumsliebling wählten die Besucher den Diskus von Adam Tan aus Malaysia. Internetliebling wurde ein Diskus von Shahar Danziger aus Israel.
Bild 3: Alle in Duisburg zur Bewertung eingereichten Diskusfische waren bereits im Laufe des ersten Messetages im Internet zu sehen. Parallel dazu gab es einen Aufruf zur Wahl des so genannten Internet-Lieblingsfisches. Die Wahl gewann dieser Streifentürkis-Diskus von Shahar Danziger aus Israel. Die Fachjury entschied sich allerdings anders: von den 31 in dieser Klasse angemeldeten Diskusfischen kam der Internet-Liebling bei ihr nur auf den 7. Rang.

Bild 4: Auch das Publikum in der Halle selbst bekam die Gelegenheit, über den nach seiner Auffassung schönsten Diskusfisch abzustimmen. Das Ergebnis: Publikumsliebling wurde dieser rote Diskusfisch von Adam Tan aus Kuala Lumpur, Malaysia. Die Jury sah dagegen diesen Diskus auf einen Platz im Mittelfeld (13. Rang von 27 gemeldeten Fischen). Klare Minuspunkte gab es bei den Bewertungs-kriterien Gesamteindruck, Körperzeichnung und Färbung.
Alle vier Fotos: Zoo Zajac GmbH Duisburg; Bildunterschriften von Horst Köhler.
Die nächste Zierfische & Aquarium findet vom 1. bis 4. Oktober 2009 statt. Im Rahmen dieser 12. Zierfische & Aquarium werden die 1. Internationalen Cichliden Tage stattfinden. Die Diskusfreunde können sich dann auf das 8. Internationale Diskus Championat in Duisburg freuen und sich den 30. September bis 3. Oktober 2010 schon jetzt vormerken; denn dann verwandelt sich Duisburg wieder für vier Tage in die Welthauptstadt für Diskus-Aquarianer. Alle Fotos: Zoo Zajac, Duisburg; Bildtexte: Horst Köhler.
Bild 5: Wie bei allen bisherigen in Duisburg stattgefundenen Diskus-Championaten hatte der DISKUS BRIEF-Verlag auch diesmal wieder einen Stand in der Messehalle. Foto: Ralph Eckhardt, Rellingen.
Hinweis: Fotos von den jeweils drei ersten Siegerfischen in allen zwölf Bewertungsklassen können Sie im DISKUS BRIEF 4/2008 (erschienen am 15.12.2008) in gedruckter Form betrachten.
Umfrage "Medikamente in der Diskus-Aquaristik"
In der Septemberausgabe 2008 des DISKUS BRIEFs ist auf den Seiten 98-102 ein Beitrag der Fachtierärztin für Fische, Frau Dr. Sandra Lechleiter, über die Behandlung von Eier legenden Kiemensaugwürmern bei Diskusfischen veröffentlicht, in dem es auch um evtl. nachteilige Folgen solcher Behandlungen geht und um die Frage der möglichen Ursachen eines ausbleibenden Behandlungserfolges (Resistenzen ?).
Die Autorin ist bereit, eine Art Hitliste der ungefährlichsten Fischmedikamente bzw. -Wirkstoffe und deren Dosierungen zu erstellen, vorausgesetzt sie erhält genügend Lesererfahrungen zugeschickt. Wir bitten daher, diese wichtige Aktion durch die Mitteilung entsprechender Erfahrungen an Frau Lechleiter zu unterstützen. Eine derartige Mitteilung sollte tabellarisch und in knapper Form folgende Angaben enthalten:
Alter und Zahl der behandelten Tiere?
Eigene NZ oder Zukauf? Zuchttiere? Paar oder Einzeltiere? Wildfang oder Nachzuchten?
Behandlung: Medikament, Dosierung, wie oft behandelt und in welchem Abstand?
Wasserwerte im Behandlungsbecken: GH, KH, Nitrat, Phosphat (falls bekannt)?Beobachtete Folgeschäden (unfruchtbar für immer, für Monate/Jahre, Kopfsteher, Schleimhautprobleme, Appetitlosigkeit, Tod usw.)?
Erfolgte eine mikroskopische Begleitung der Behandlung (vorher / nachher)?
Bitte schicken Sie Ihre Erfahrungsberichte per Post an folgende Anschrift:
Frau Dr. med. vet. Sandra Lechleiter, Fuhrmannstr. 4, 75305 Neuenbürg-Rotenbach. Oder per Fax an 07082 / 940 880 oder per Email an fischcare_Dr.Lechleiter@t-online.de. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass im Zusammenhang mit dieser Aktion keine schriftliche Beratung erfolgen kann.
Heiko Bleher in Brasilien in Haft
In einer gemeinsamen Information vom 29. August 2008 haben das brasilianische Institut für Umwelt und erneuerbare Energien (IBAMA) und das brasilianische Umweltministerium (MMA) die Verhaftung des deutschen, seit Jahren in Italien lebenden 64 Jahre alten Fischkundlers und Fachschriftstellers Heiko Bleher bekannt gegeben.
Nach einer dem DISKUS BRIEF vorliegenden englischsprachigen Übersetzung des portugiesischen Originaltextes wurde Bleher zusammen mit einem Begleiter (vermutlich aber einer Begleiterin) im Zuge einer gemeinsamen Aktion von IBAMA und der Polizeibehörde des Landes verhaftet, als er den Flughafen Eduardo Gomes, Manaus, in Richtung Mailand, Italien, verlassen wollte. In seinem Gepäck fand man zwei Plastikbeutel mit in Alkohol und Formalin eingelegten Zierfischen aus den Flussgebieten des Rio Araca, Rio Demini, Rio Negro und Rio Jutai, ohne dass er, wie es heißt, die für den Besitz und die Ausfuhr nötigen behördlichen Papiere vorweisen konnte. Zur näheren Untersuchung konfisziert wurden außerdem ein PC, eine Videokamera und diverse Test-Systeme. Der Vorwurf lautet auf Biopiraterie, d.h. Verstoß gegen die brasilianischen Dekrete Nr. 6514/08 und 5459/05. Es bestehe der Verdacht, dass es sich bei den Fischen um wissenschaftlich noch unbekannte Arten handelt. Der Mitteilung nach ermitteln die brasilianischen Behörden bereits seit einem Jahr gegen Bleher, von dem sie annehmen, dass er schon öfters "Material" auf diese Weise außer Landes brachte.
So weit die bis jetzt bekannten Fakten. Heiko Bleher und sein(e) Begleiter(in) erwarten nun unangenehme Verhöre und mit aller Wahrscheinlichkeit eine hohe Geldstrafe und/oder ein Wieder-Einreiseverbot nach Brasilien, evtl. auch ein Gerichtsverfahren. Diese bitteren Erfahrungen mussten schon eine Reihe anderer Personen vor ihm machen, unter anderem im Oktober 1999 Horst Linke, früherer Vizepräsident des VDA mit fünf Bekannten. Knapp drei Jahre später wurden wegen des gleichen Deliktes erneut zwei deutsche Aquarianer festgenommen, einer der beiden war Vorsitzender eines Aquarienvereines (jeder der beiden musste eine Geldstrafe von ca. 10.000 € bezahlen). Unvorstellbar ist daher, dass Bleher als Weltreisender in Sachen Fische über die in den letzten Jahren sehr streng gewordenen brasilianischen Gesetze nicht informiert ist – auf „Unwissenheit“ wird er jedenfalls nicht plädieren können. Vielleicht besaß er auch Papiere, die ungültig oder gefälscht waren; aber dies hätte Heiko Bleher mit seinen guten Fremdsprachenkenntnissen, der zudem Brasilien in der Vergangenheit sehr oft bereist hat, erkennen müssen. Falls die illegal mitgeführten Zierfische für Dritte, z.B. anerkannte Wissenschaftler in Italien oder Deutschland bestimmt waren, hat er diesen jedenfalls keinen guten Dienst erwiesen. Die Haftzeit beträgt in solchen Fällen bis zum Abschluss der Vernehmungen erfahrungsgemäß nur wenige Tage.
Fazit: Wer als Aquarianer nach Brasilien reist, ohne amtliche Papiere vorweisen zu können, sollte Käscher und Messinstrumente zu Hause lassen und sich damit begnügen, Fische zu beobachten und zu fotografieren und die Amazonas-Landschaft zu genießen . Wer unbedingt (Diskus-) oder andere Zierfische als Souvenir mit nach Hause bringen möchte, kauft diese bei einem anerkannten brasilianischen Fischexporteur, der die nötigen Exportpapiere ausstellt.
Literatur
Köhler Horst (2000): Mangelt es Brasilien an Gastfreundschaft? DISKUS BRIEF 15, 2, 48
Wüst Georg W. (2004): Verbotene Feldstudien: Brasilianische Gesetzgebung sowohl in der Kritik ausländischer Touristen als auch des inländischen Tourismusverbandes. DISKUS BRIEF, 19, 1, 12-14
Evers Hans-Georg (2005): Was ist los in Brasilien? DATZ, 58, 3, 9-11
Fischer David (2006): Brasilien - die Geschichte geht weiter ....AMAZONAS Nr. 6, 8-9
Verkauf von konzentriertem Wasserstoffperoxid wird erschwert
Die Flüssigkeit Wasserstoffperoxid wird in der Aquaristik und für Teiche als Sauerstoffspender (Oxydatoren) zur Sauerstoffanreicherung des Aquarien- bzw. Teichwassers verwendet. Auch zur Desinfektion und sogar zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Diskusfischen nach dem Vorschlag von Horst Köhler (in dessen vergriffenen Buch "Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen", Seite 96 ff) wird es eingesetzt. Es kann aber bekanntlich auch zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden. Wie der Zoologische Zentral-Anzeiger (ZZA) in seiner Märzausgabe 2008 mitteilt, will genau aus diesem Grund das Bundesinnenministerium den Verkauf von Wasserstoffperoxid strenger kontrollieren, vor allem den Kauf von Lösungen mit über 50 % Konzentration. Wenn ein Kunde eine 25%-ige oder noch höher konzentrierte Lösung kaufen möchte ohne im Geschäft bekannt zu sein, ohne einen konkreten Verwendungszweck angeben zu können und ohne sich auf Verlangen des Verkaufspersonals auszuweisen, kann ihm das Produkt verweigert werden. Macht er sich gar verdächtig, kann sogar eine Meldung an das zuständige Landeskriminalamt erfolgen. Wasserstoffperoxid mit Konzentrationen unter 25 % soll aber nach wie vor gehandelt werden können.
Dies alles ist im Moment noch nicht Gesetz, sondern eine freiwillige Maßnahme. Sollte die Regelung jedoch vom Verbraucher nicht beachtet werden, droht ein Handelsverbot von Wasserstoffperoxid, auch von schwächer konzentriertem.
Die Hersteller der Oydatoren haben sich dem Vernehmen nach bereits bereit erklärt, die Herstellung von Wasserstoffperoxid über 25 % freiwillig zu beenden.
Ergänzung vom 1.2.2009: Laut Verordnung über Verbote und Beschränkungen des inverkehrbringens gefährlicher Stoffe nach dem Chemikaliengesetz in der Fassung vom 13.6.2003, zuletzt geändert durch die Verordnung vom 21.7.2008, ist bei der Abgabe von Wasserstoffperoxidlösungen mit einer Konzentration über 12 % jetzt Buchführungspflicht und eine Identitätsfeststellung nötig. Zudem muss der Erwerber mindestens 18 Jahre alt sein. Er muss bestätigen, dass er als Endabnehmer den Stoff in erlaubter Weise verwendet; es dürfen keine Anhaltspunkte für eine unerlaubte Weiterveräußerung oder Verwendung bestehen.
Ergänzung vom 14.3.2009: Entwarnung
Die Formulierung in der Chemikalien-Verbotsordnung über die Abgabe so genannter gefährlicher Stoffe ist so kompliziert, ja zum Teil sogar so unverständlich, dass auch Behörden darüber stolpern. Mittlerweile hat sich nämlich gezeigt, dass Wasserstofffperoxid-Lösungen mit mehr als 12 % Massengehalt für den Aquaristikbereich nicht als "gefährliche Stoffe" gelten und außerdem weder als giftig, noch als sehr giftig gelten. Die oben genannten Auflagen, dass der Verkäufer von Wasserstoffperoxid für aquaristische Zwecke sachkundig sein muss, seine Zuverlässigkeit nachgewiesen haben und mindestesn 18 Jahre alt sein muss, gelten also NICHT. Der Verkauf derartiger Wasserstoffperoxid-Lösungen bedarf auch nicht einer Anzeige bei der zuständigen Behörde.
Die Formulierung in der Chemikalien-Verbotsordnung über die Abgabe so genannter gefährlicher Stoffe ist so kompliziert, ja zum Teil sogar so unverständlich, dass auch Behörden darüber stolpern. Mittlerweile hat sich nämlich gezeigt, dass Wasserstofffperoxid-Lösungen mit mehr als 12 % Massengehalt für den Aquaristikbereich nicht als "gefährliche Stoffe" gelten und außerdem weder als giftig, noch als sehr giftig gelten. Die oben genannten Auflagen, dass der Verkäufer von Wasserstoffperoxid für aquaristische Zwecke sachkundig sein muss, seine Zuverlässigkeit nachgewiesen haben und mindestesn 18 Jahre alt sein muss, gelten also NICHT. Der Verkauf derartiger Wasserstoffperoxid-Lösungen bedarf auch nicht einer Anzeige bei der zuständigen Behörde.
Literatur:
Gefahrenabwehr: Freiwillige Maßnahmen beim Verkauf von H2O2 in Zoofachgeschäften. ZZA 3/2008
Keine Sachkunde, keine Anzeige bei der Behörde erforderlich. ZZA 3/2009
Algen fressende Zierfische
Die deutsche Aquarienzeitschrift Amazonas hat in ihrer aktuellen Ausgabe von Januar und Februar 2008 das Thema „Algenfresser“ als Schwerpunktthema gewählt. In drei Hauptartikeln (siehe unter Literatur) wird ausführlich über die dafür in Frage kommenden Fische, Garnelen und Schnecken berichtet, nicht nur über deren Algenfresser-Fähigkeiten, sondern auch über Systematik, Merkmale, Verbreitung sowie Haltung und Vermehrung im Aquarium. Etwas zu kurz gekommen sind dabei die Harnischwelse and anderen Welse, von denen einige sehr gute Algenvertilger sind (Odenthal, 1999 und Köhler, 2001/2002): von dieser Gruppe werden vor allem Ancistrus sp. und die Zwergsaugwelse der Gattung Otocinclus empfohlen, ohne jedoch ausdrücklich zu erwähnen, dass manche Ancistrus die Eigenart haben, sich speziell an Diskusfische anzuheften und dass Otocinclus durchaus in der Lage ist, andere Fische tödlich zu verletzen (Hornung, 2002).
Als die besten Algenfresser im Aquarium überhaupt bezeichnet die Zeitschrift Amazonas die Crossocheilus-Arten und darunter vor allem die Siamesische Rüsselbarbe bzw. den Siamesischen Algenfresser (C. oblongus), vermutlich die einzigen Aquarienfische, die auch Rot- oder Pinselalgen vertilgen können (z.B. Müller-Walser, 2001). Als zweitbester Algenfresser werden die Saugbarben der Gattung Garra genannt, wobei der Autor (I. Seidel) aber ausdrücklich darauf verweist, dass diese wenig schüchternen und außerdem wenig hübschen Fische für besonders stressempfindliche Fische im (Gesellschafts-) Becken alles andere als eine gute Gesellschaft sind. Darunter leiden ganz besonders Diskusfische, eine Tatsache, auf die der DISKUS BRIEF bereits 2001 hingewiesen hatte („Achtung: Nicht jeder gekaufte Glimmer-Labeo ist auch einer!“, DISKUS BRIEF 4/2001), vor allem deswegen, weil Vertreter der Gattung Garra oft mit der Siamesischen Rüsselbarbe verwechselt werden.
Wer Algenprobleme in seinem Becken hat und an eine natürliche Reduzierung durch Fische denkt, sollte die derzeitige Amazonas-Ausgabe gründlich durchlesen. Besitzer von älteren DISKUS BRIEF-Ausgaben haben die Möglichkeit, ergänzende Beiträge zu diesem Thema in den im Literaturverzeichnis aufgeführten älteren Heften nachzulesen: an Aktualität haben diese früheren Beiträge nicht eingebüßt.
Literatur:
Evers Hans-Georg: Algenfresser.
Seidel Ingo: Zuverlässige Algenfresser die Saugbarben der Gattung Garra
Seidel Ingo: Rüsselbarben – die weltbesten Algenfresser; alle drei Beiträge erschienen in Amazonas Nr. 15, Januar/Februar 2008
Hornung Magnus: Otocinclus-Zwergharnischwelse als „Fischkiller“. DISKUS BRIEF 3/2002
Köhler Horst W.: Ergebnisse einer Leserumfrage: Welse für das Diskus-Aquarium. 1. Teil DISKUS BRIEF 4/2001, 2. Teil DISKUS BRIEF 1/2002
Müller-Walser Josette: „Glimmer-Labeos“ (C. latius) als biologisch-tierische Maßnahme gegen Pinselalgen. DISKUS BRIEF 2/2001
Odenthal Manfred: Der Cochliodon-Wels, nützlicher Helfer im Aquarium, DISKUS BRIEF 3/1999
"Schwester"-Website für Schildkrötenfreunde
Besucher unserer Website, die sich neben der Aquaristik auch für Landschildkröten interessieren, sind vielmals eingeladen, unsere "Schwester"-Website, die seit Mitte Dezember 2007 online ist, unter http://www.schildi-online.eu zu besuchen. Wie die DISKUS BRIEF-Website auch wird sie von Horst Köhler betreut und aktualisiert.
Aufruf zu Erfahrungen bei der Behandlung mit Flagellol
Drei Jahre nach der ersten offiziellen Ankündigung des von Alpha Biocare entwickelten Heilmittels Flagellol zur Bekämpfung von Darmflagellaten in Zierfischen hat es das Aquaristik-Unternehmen sera als Vertreiber vor einigen Monaten auf den Markt gebracht. Allerdings ist es in vielen Zoofachgeschäften, so auch bei einer großen Kette mit Niederlassungen in Augsburg, immer noch nicht erhältlich (Stand: 9. September 2007).
Informiert man sich über Flagellol im Internet, stößt man zwar auf über 30 Einträge, die allerdings fast ausnahmslos vom Entwickler, Hersteller und von Zoohändlern stammen und über die Gebrauchsanweisung und die Verkaufspreise hinaus keine weiteren Sach-Informationen liefern. Selbst in den wichtigsten Internet-Foren, in denen Zierfischkrankheiten und Medikamente eine bekannt große Rolle spielen, gibt es bis jetzt wohl erst einen Hinweis auf eine praktizierte Flagellol-Behandlung bei Diskusfischen.
Die Redaktion der Fachzeitschrift DISKUS BRIEF hat sich Gedanken über den in Flagellol enthaltenen Wirkstoff gemacht - und kam zu einem sehr überraschenden Ergebnis. Ihr liegen seit Kurzem auch erste Erfahrungsberichte von Anwendern vor, die allerdings nicht repräsentativ sein können. Wir bitten daher Aquarianer, die Flagellol bei Diskusfischen oder anderen Zierfischen verwendet haben, uns ihre dabei gemachten Erfahrungen mitzuteilen. Wir werden diese sammlen, auswerten und zu gegebener Zeit an dieser Stelle und im DISKUS BRIEF veröffentlichen. Bitte geben Sie mit dem Behandlungsergebnis unbedingt an, ob Ihre Beurteilung nur auf einer Veränderung der bisherigen Symptome beruht, ob Kotproben vor und nach der Behandlung analysiert wurden oder ob ein behandelter Fisch seziert wurde. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass eine flagellatenfreie Kotprobe nicht zwangsläufig auch bedeutet, dass der Fisch frei von diesen Parasiten ist (es sind daher mehrere Kotproben im Abstand von einigen Tagen zu untersuchen). Bitte übersenden Sie Ihre Erfahrungen per E-Mail: info@diskusbrief.org oder per Post an Redaktion DISKUS BRIEF, Postfach 101926, 86009 Augsburg.
Levamisol nicht mehr erhältlich (Status August 2007)
Wir hatten an dieser Stelle am 12. April 2007 gemeldet, dass der verschreibungspflichtige Wirkstoff Levamisol für Aquarianer nicht mehr verfügbar ist (siehe früherer Artikel weiter unten). Levamisol wurde zur sicheren Bekämpfung von Nematoden (Camallanus, Capillaria) verwendet. Auch wenn dieser Wirkstoff nicht ganz vom Markt verschwinden dürfte, weil er bei Nutztieren als wichtiger Immunmodulator zur Immunstimulation eingesetzt wird, wird das den Aquarianern nicht viel nützen, weil einerseits die Apotheker immer mehr eine verstärkte Restriktion beim Arzneimittelbezug spüren und andererseits Tierärzte trotz pharmakologischer Ausbildung schon längere Zeit keine Reinsubstanzen mehr beziehen dürfen. Verschwunden vom Markt sind auch die beiden levamisolhaltigen Präparate Ergamisol und Citarin-L. Der Grund hierfür ist, dass die immer strenger werdenden EU-Zulassungsanforderungen und -tests (u.a. Nachweis der „Ökofreundlichkeit“) so teuer geworden sind, dass sich die Herstellung vieler Präparate für manchen Hersteller nicht mehr lohnt. Zum Glück stehen mit Ripercol (geeignet eher für größere Anlagen) und Concurat (dank der kleinen anwenderfreundlichen Beutel leicht dosierbar) (noch ?) zwei levamisolhaltige Medikamente zur Verfügung (beide sind verschreibungspflichtig). Bei beiden kann es aber zu starken Wassertrübungen und den bekannten damit verbundenen Problemen (Sauerstoffdefizit im Wasser) kommen.
Diese Nachteile gab es bei der bisherigen Parasitenbekämpfung mit der Reinsubstanz Levamisol nicht, d.h. gerade für die Behandlung von Zierfischen war die Reinsubstanz wesentlich tiergerechter als mit den jetzt noch verfügbaren Fertig-Arzneimitteln. So mancher (schnelle !) Besucher unserer Website konnte sich den Wirkstoff sofort nach Erscheinen unserer Meldung noch aus den vorhandenen Restbeständen beschaffen, doch diese sind mittlerweile aufgebraucht. Möglicherweise sind Levamisol, Ergamisol und Citarin-L im EU-Ausland noch erhältlich, doch müssen bei einem evtl. Kauf in jedem Fall die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden.
Mit großem Interesse wartet die Aquaristik daher auf die ersten Behandlungserfahrungen bei Diskusfischen mit dem im Juli 2007 in der Werbung vorgestellten sera-Präparat „Nematol“, doch dieses frei verkäufliche Heilmittel war z.B. im Raum Augsburg Anfang August 2007 im Zoo-Einzelhandel immer noch nicht erhältlich (das gleiche gilt auch für das Heilmittel „Flagellol“ gegen im Darm lebende Einzeller, vom gleichen Vertreiber).
Neue Härtegrad-Einteilung
Nach dem deutschen Waschmittelgesetz von August 1975 wurde unser Leitungswasser je nach Härte bis jetzt wie folgt eingeteilt: weich, mittelhart, hart und sehr hart. Weiches Wasser hatte beispielsweise eine Gesamthärte von maximal 7 °dGH, als sehr hart wurde das Wasser dann bezeichnet, wenn es über 21 °dGH hatte. Im Zuge der Harmonisierung Europas ändert sich bei uns sehr viel. So gibt es jetzt ingesamt nur noch drei Härte-Bereiche: weich, mittel und hart.
Für Aquarianer hat diese Änderung keine große Bedeutung, erlauben doch die preisgünstigen Härte-Testsets eine genaue Feststellung der Gesamt- und auch der Karbonathärte.
Welche Kugelfische zur Schneckenvertilgung im Diskus-Becken?
Es ist zwar allgemein bekannt, dass Kugelfische hervorragend dazu geeignet sind, bei einem starken Befall von Wasserschnecken rasch und wirksam Abhilfe zu schaffen. Doch weniger bekannt ist, dass die meisten der 30 Kugelfischgattungen mit ihren etwa 185 Arten ausschließlich im Meerwasser oder zumindest im Brackwasser vorkommen. Ein weiteres Problem für den Einsatz in der Diskus- bzw. Süßwasseraquaristik besteht darin, dass Kugelfische, wenn sie keine Schnecken mehr angeboten bekommen, schwere gesundheitliche Schäden erleiden können. Somit erhebt sich die Frage: welche Arten eignen sich konkret für die Diskus-Aquaristik und was ist dabei zu beachten?
Von den 185 Kugelfischarten leben 27 Arten im Süßwasser, doch von ihnen werden in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig nur acht Arten eingeführt und gehandelt. Diese sind: Tetraodon lineatus, T. mbu, T. miurus, T. palembangensis, Carinotetraodon lorteti, C. travancoricus, Colemesus asellus und Monotrete suvatti. Kaufen Sie im Zoogeschäft keine andere Art, auch wenn der Verkäufer sie als süßwassertauglich bezeichnen sollte: Kugelfische sind etwas Besonderes und ihre Systematik ist nur einem kleinen Kreis von Spezialisten gut bekannt. Was die bevorzugten Wasserwerte anlangt, so liegt man mit einem eher mittelharten bis harten Wasser, dessen pH-Wert um den Neutralpunkt liegt, richtig. Alle Kugelfische haben vier Zähne, mit denen harte Nahrung, eben z.B. Schneckenhäuser, geknackt wird. Erhalten die Fische längere Zeit keine Schnecken mehr, können die Zähne so lange werden, dass das Maul verschlossen wird und die Tiere verhungern. Überzeugte Pfleger dieser imposanten Fische sind also regelrecht dazu gezwungen, in eigenen Aquarien Süßwasserschnecken als Kugelfischfutter heranzuzüchten. Auch das gelegentlich zu beobachtende Zerstören von Pflanzen im Aquarium durch Kugelfische dürfte hauptsächlich dem Abnutzen der Zähne dienen.
Da die meisten Kugelfische auch innerartlich recht aggressiv sind, sollte zum Zwecke der Schneckenausrottung nur jeweils ein Tier je Aquarium eingesetzt werden, und zwar nur so lange, bis die Schnecken verschwunden sind. Es muss damit gerechnet werden, dass Kugelfische die Flossen anderer Zierfische beschädigen und kleine Fische, wenn sie sie erwischen, sogar töten und fressen können.
Das größte Problem für den Einsatz eines Kugelfisches für die meisten Diskus-Aquarianer dürfte die Frage des Wohin mit dem Fisch nach erfolgreicher Verrichtung seiner Aufgabe sein. Infrage kommt entweder die Rückgabe des Tieres an das Zoogeschäft, in dem der Kugelfisch gekauft (oder ausgeliehen) wurde oder das Aufstellen eines separaten Kugelfischbeckens, in dem aber weiter mit Schnecken gefüttert werden muss. Alles andere ist weder tierschutz- noch artgerecht, und schon gleich gar nicht das Entsorgen über die Toilette! Aquarianer mit mehreren Becken können den Kugelfisch reihum von einem ins andere Aquarium setzen.
Eine ausgezeichnete und vertiefte Information über die allgemeine Pflege und Zucht von Süßwasser-Kugelfischen mit zahlreichen Fotos der verschiedensten Arten vermittelt die Aquarien-Zeitschrift AMAZONAS in ihrer aktuellen Ausgabe Mai/Juni 2007 auf den Seiten 14-45. Die oben wiedergegebenen Informationen entstammen zum großen Teil diesen Berichten.
Levamisol: schon wieder ein Fischmedikament außer Verkehr
Mittel der Wahl bei der Bekämpfung von Fisch-Nematoden (Fräskopfwürmer, vor allem aber Haarwürmer) ist der schon seit sehr vielen Jahren in der Aquaristik eingesetzte Wirkstoff Levamisol. Seit kurzem ist er in Deutschland nicht mehr zu erwerben, ebenso wie die diese Wirksubstanz enthaltenden Medikamente Citarin-L (mit Konservierungsstoffen) und Ergamisol. Offen ist derzeit, wie lange es die weiteren Levamisol-Produkte Concurat-L und Ripercol noch gibt. Ob Levamisol gegen Rezept gegenwärtig vielleicht noch über die Internationale Apotheke bezogen werden kann, konnten wir noch nicht abklären.
Wer sich Levamisol in der Vergangenheit nicht schon "auf Vorrat" besorgt hat - es ist bei sachgerechter Aufbewahrung leicht etliche Jahre haltbar - sollte sich über die Apotheke oder einen Fachtierarzt Concurat-L10% beschaffen. Leider enthält Concurat Glukose als Hilfsstoff, so dass bei der Behandlung eine Wassertrübung durch Bakterienexplosion auftreten kann. In einem solchen Fall sollte die Behandlung bei sehr starker Trübung sicherheitshalber abgebrochen werden.
Wir hoffen, dass wir bis zum Erscheinen von DISKUS BRIEF 2/2007 (Mitte Juni) genauer sagen können, welche Medikamente, die Levamisol enthalten, noch erhältlich sind.
Berichtigungshinweis:
In diesem Zusammenhang bitten wir jene Website-Besucher, die das Buch "Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen" besitzen, um folgende Korrektur in der Tabelle 27, Mitte der Seite 166: die Angabe der Dosierung für die Concurat-Mehrfach-Kurzzeitbehandlung bei Capillaria-Befall von 7 g / 100 l bezieht sich auf Concurat-L10% und nicht auf den Wirkstoff Levamisol. Fügen Sie also bitte "Concurat-L10%" nach der Mengenangabe (7 g) ein.
Symphysodon tarzoo, eine neue offizielle (alte, allerdings inoffizielle) Diskusart:
Die Gattung Diskus besteht seit Neuestem aus drei Arten
Schon so lange Wissenschaftler Diskusfische taxonomisch untersuchen, hat es stets Zweifel an ihrer Systematik gegeben. Seit der Beschreibung von Diskusfischen durch Leonard P. Schultz vor fast 50 Jahren [1] wurde trotz mancher Ungereimtheiten mangels genauerer Forschungen allgemein akzeptiert, dass die Gattung zwei Arten umfasst, nämlich Symphysodon discus Heckel 1840 und S. aequifasciatus Pellegrin 1904 [z.B. 2 und 3]. Noch vor der Publikation von Schultz, im Jahre 1959, schlug E. Lyons für die Diskusfische mit roten Tupfen auf dem Körper bzw. der Afterflosse den Namen S. discus tarzoo vor. Doch dieser Name wurde von der Wissenschaft zurückgewiesen, unter anderem deswegen, weil die Beschreibung bzw. der Namensvorschlag nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, sondern „nur“ in einer Aquarienzeitschrift erschien. Lyons selbst ließ außerdem völlig offen, ob es sich bei S. discus tarzoo um eine neue Farbvariante oder um eine echte neue Art handelt – was ein großer Unterschied wäre!
Ende 2006 hat eine internationale Wissenschaftler-Gruppe mit dem Engländer J. S. Ready als Hauptautor in einer allgemein anerkannten Wissenschafts-Publikation bekannt gegeben, dass S. tarzoo eine eigene Art ist [5]. Basis der Untersuchungen einer großen Gruppe von Diskusfischen aus 12 unterschiedlichen Populationen waren vor allem Erbgut-Untersuchungen, aber auch Untersuchungen der Färbung und morphologische Merkmale. Interessant an der Arbeit ist vor allem auch, dass die Analyse der mtDNA bei den beiden bisherigen Arten (S. discus und S. aequifasciatus) überraschenderweise keine Unterschiede ergab, wohl aber bei S. tarzoo. Und sofort dürften wieder Spekulationen darüber einsetzen, ob es sich bei den beiden Arten S. discus und S. aequifasciatus in Wirklichkeit nicht doch um ein und die gleiche Art handelt [3].
Dass die Gattung Diskusfische nunmehr aus drei statt aus bisher zwei Arten besteht, hat sicherlich keine größeren Auswirkungen auf die allgemeine Diskus-Aquaristik. Aquarianer und Händler können jedoch von jetzt an Diskusfische mit roten Punkten oder Flecken auf dem Körper und auf der Afterflosse mit dem neuen Artnamen S. tarzoo ansprechen. S. tarzoo kommt im Rio Ica, Rio Madeira, Rio Jurua, Rio Bauana und natürlich in den Tefé-Flussgebieten vor. So ist z.B. ein Tefé-Wildfang mit roten Punkten also ein S. tarzoo.
Auch der bekannte Fischsammler und Fachautor Heiko Bleher kommt, unabhängig von Ready & Team, in seinem 2006 erschienenen Buch „Blehers Discus“ zu drei Diskus-Arten. Doch da endet schon die Gemeinsamkeit: denn im Gegensatz zu Ready et.al. sind seine Diskusarten S. discus, S. aequifasciatus (nach Bleher der „echte“, nämlich der mit roten Punkten) und S. haraldi. Was Bleher unter S. aequifasciatus versteht, ist also quasi für Ready S. tarzoo. Und was Bleher jetzt S. haraldi nennt (er versteht darunter S. aequifasciatus, aber ohne rote Punkte) ist für Ready, Ferreira und Kullander S. aequifasciatus.
Nach wie vor also große Verwirrung? Wer liegt nun richtig? Oder besser gefragt: wer liegt näher an der Wahrheit?
Voraussetzung für die Gültigkeit bzw. allgemeinen Anerkennung einer neuen Art ist, wie oben schon angedeutet wurde, die erfolgte Erstpublikation in einer anerkannten internationalen Wissenschaftszeitschrift (also nicht etwa in einer populärwissenschaftlichen Aquarienzeitschrift) mit einem so genannten „harten“ peer review. D.h. der eingereichte Artikel wird von neutralen Wissenschaftlern, die nicht mit den Autoren zusammenarbeiten aber auf dem gleichen oder einem ähnlichen Gebiet tätig sind, auf Herz und Nieren gründlich geprüft. Erst wenn die Verbesserungsvorschläge dieser „Gutachter“ berücksichtigt sind und sie eine Veröffentlichung bejahen, wird ein solcher Artikel publiziert.
Insofern ist, zumindest bis zur Veröffentlichung einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Themenkomplex, für die Aquaristik die Diskus-Arteneinteilung nach Ready, Ferreira und Kullander (2006) maßgebend.
Wir haben also jetzt drei Diskus-Arten, nicht mehr nur zwei.
Literatur:
[1] Schultz Leonhard P.: A Review of the Pompadour or Discus Fishes, Genus Symphysodon of South America. Tropical Fish Hobbyist, June 1960 (Nachdruck in: Axelrod Herbert R.: all about discus. T.F.H. Publications, 1970)
[2] Kullander Sven O.: Eine weitere Übersicht der Diskusfische, Gattung Symphysodon Heckel. DATZ-Sonderheft „Diskus“, Oktober 1996
[3] Köhler Horst W.: Diskusfische – Schwimmende Juwele. Verlag DISKUS BRIEF Augsburg, 1998
[4] Lyons E.: Symphysodon discus tarzoo. Tropicals Magazine, 4, No. 3, 1959
[5] Ready J.S., Ferreira E.J.G und Kullander S.O.: Discus fishes: mitochondrial DNA evidence for a phylogeographic barrier in the Amazon genus Symphysodon. Journal of Fish Biology, 69 (Supplement B), S. 200-211, 2006
Ein ausführlicher Artikel zu dieser Thematik, verfasst von Roland F. Fischer, unserem Fachberater für Biologie , erschien inzwischen in der Ausgabe 2/2007 des DISKUS BRIEFs unter dem Titel "Symphysodon tarzoo, LYONS 1959: die dritte Diskusart?"
(Erster Nachtrag vom 22.6.2007)
Zweiter Nachtrag: Weitere Publikation kommt teilweise zu anderen Ergebnissen
In der Zeitschrift Aqua, International Journal of Ichthyology 12 (4), 2007, S. 133-174, erschien von den Autoren H. Bleher, K.N. Stölting, W. Salzburger und A. Meyer eine weitere Veröffentlichung zur Revion der Gattung Symphysodon; ein ausführliche deutschsprachige Darstellung der Thematik siehe Roland F. Fischer: "Ergebnisse der zweiten Revision der Gattung Symphysodon" in DISKUS BRIEF 1/2008, S. 4-9. Die Verfasser kommen zwar wie Ready et.al. (siehe oben) zu dem Schluss, dass es drei verschiedene Diskusarten gibt, doch erklären sie den Artnamen tarzoo für den grünen Diskus für ungültig und fassen die in der Diskus-Aquaristik als braune und blaue Diskusfische bezeichneten Formen in der Art Symphysodon haraldi zusammen. Außerdem lehnen sie die These von Ready et.al. ab, dass die Arten aufgrund tektonischer Vorgänge getrennt wurden; vielmehr sehen sie in der unterschiedlichen Gewässer-Ökologie den eigentlichen Grund für die Aufteilung der Diskusarten. Das letzte Wort in der Nomenklatur der Gattung Symphysodon scheint allerdings noch lange nicht gesprochen zu sein: man darf daher gespannt sein, welche Meinung andere wissenschaftlich arbeitende Experten vertreten.
(Zweiter Nachtrag vom 27. Juli 2008)
Wer hat Erfahrungen mit der "Maulsperre"?
Die "Maulsperre" scheint beim Diskus ein eher selten auftretendes Problem zu sein. Meist ist die Ursache eine Schilddrüsengeschwulst bzw. ein Kropf. Dadurch kann der Fisch sein Maul nicht mehr schließen. Solche Fische können dann auch nicht mehr fressen und sollten daher schmerzlos abgetötet werden.
Im Februar 2007 habe ich jedoch von zwei aktuellen Fällen der "Maulsperre" bei Diskusfischen mit anderen Ursachen erfahren. Im ersten Fall brachte ein Tier nach einer therapeutischen Temperaturerhöhung sein Maul nicht mehr zu, im anderen Fall schwamm ein Diskus nach der Verfütterung mit gefrosteten roten Mückenlarven mit weit aufgerissenem Maul herum und verendete wenige Stunden später. Beiden Fällen gemeinsam ist, dass die "Maulsperre" ohne jegliche Voranzeichen auftrat und dass nur jeweils ein einzener Diskus aus einer Gruppe betroffen war.
Möglicherweise ist also die "Maulsperre" bei Diskusfischen doch nicht so selten wie gedacht? Wer hat diese Erscheinung bei seinen Diskusfischen schon einmal erlebt? Über Rückmeldungen mit näheren Details freut sich Horst Köhler.
Nachtrag vom 9.5.07: Der Diskusbesitzer, der den DISKUS BRIEF von der "Maulsperre" nach Erhöhen der Wassertemperatur informierte, teilte der Redaktion gestern mit, dass der betroffene Fisch sein Maul nach etwa einer Woche von selbst wieder schließen und wenig später auch wieder Nahrung zu sich nehmen konnte - ohne dass seitens des Pflegers irgendwelche Sondermaßnahmen ergriffen wurden.
Jungfisch-Totalverlust nach Behandlung mit micronisiertem Metronidazol
Das verschreibungspflichtige Medikament Metronidazol wird seit vielen Jahren zur Bekämpfung von Darmflagellaten bei Fischen eingesetzt. Der Apotheker bevorzugt zur Herstellung von Salben und Pasten das so genannte micronisierte Metronidazol, das eine etwas andere Konsistenz als "normales" Metronidazol hat. Für die Anwendung in der Aquaristik eignet sich das micronisierte Metronidazol allerdings in keiner Weise, wie ein bebildeter Artikel in DISKUS BRIEF 1/2007 (erschien Mitte März 2007) zeigt: ein Züchter verlor alle seine mit diesem Medikament behandelte Jungtiere; kein einziges überlebte! Beim Kauf von Metronidazol ist also unbedingt darauf zu achten, dass nicht die micronisierte Form erworben wird.
Umzüge bitte rechtzeitig melden!
Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass die Deutsche Post AG bei Beziehern mit Wohnsitzwechsel auch bei einem bestehenden Nachsendeauftrag den DISKUS BRIEF (wie auch andere aktuelle Zeitschriften und Zeitungen) nicht nachsendet und auch nicht an den Verlag in Augsburg zurücksendet, sondern in der Regel vernichtet. In vielen Fällen erfährt der Verlag von einem erfolgten Umzug nicht, und schickt das darauffolgende Heft wieder an die längst ungültig gewordene Adresse. Ergebnis: erneuter Heftverlust, ohne dass wir dies erfahren.
Unsere Zeitschrift kann nur dann an die neue Anschrift gesendet werden, wenn uns diese mindestens 4 Wochen vor dem jeweils nächsten Versand schriftlich bekanntgegeben wurde (kann auch per E-Mail erfolgen). Erfolgt eine Meldung zu spät oder gar nicht, liefert der Verlag ein Zweitheft nur gegen Voreinsendung von Euro 5,00 in Briefmarken. D.h., Sie sollten uns Ihre neue Anschrift bis spätestens jeweils Mitte Februar, Mai, August bzw. November bekanntgeben.
Wie müssen Artikel für den DISKUS BRIEF aussehen und in welcher Form benötigen Sie Abbildungen?
Vorzugsweise sollten Hauptartikel für den DISKUS BRIEF vor Beginn der Arbeiten mit der Redaktion abgesprochen werden (Thema, Länge, Termin), damit nicht gleichzeitig ein zweiter Autor am gleichen Thema arbeitet. Hauptartikel haben eine Länge von drei bis sechs Seiten (1 1/2-zeilig in Arial 12 p. geschrieben); sind sie deutlich länger, müssen sie in zwei Teilen im DISKUS BRIEF veröffentlicht werden. Vorzugsweise sollte der Autor sein Manuskript als Ausdruck auf Papier und gleichzeitig auf Diskette (Word) gespeichert oder per E-Mail einsenden. Kürzere Texte können auch handschriftlich (bitte dann auf gute Lesbarkeit achten) oder mit der Schreibmaschine geschrieben sein; wir werden diese Texte neu auf unserem PC erfassen. Alle Autoren von Hauptbeiträgen erhalten kurz vor Druckbeginn eine Kopie der fertig umbrochenen Seiten zur Ansicht und Druckfreigabe.
An Bildvorlagen sind Dias, Hochglanz-Abzüge und Digitalfotos von mindestens 500 kb geeignet. an die Auflösung eines Dias oder guten Papierfotos heranreichen sollen. Achtung: das Betrachten von Digitalaufnahfmen am PC-Monitor täuscht oft über die relativ geringe Auflösung hinweg: wer ein auf hochwertiges Fotopapier ausgedrucktes Digitalfoto mit der Lupe ansieht und das Gleiche mit einem guten Hochglanzfoto macht, erkennt rasch den Unterschied. Diese Unterschiede wirken sich verstärkt im Druckergebnis aus.
Das Format der eingeschickten Fotos ist weniger wichtig. Bildgrößen, die man noch in einem normalen Briefumschlag verschicken kann, reichen völlig aus - es muss durchaus keine Vergrößerung auf DIN A5 oder gar DIN A4 sein. Entscheidend ist die Schärfe eines Fotos (bitte Hochglanz-Abzüge). Unscharfe oder verwackelte oder unscharfe Fotos können wir, da der Abdruck von Farbfotos relativ teuer ist, in der Regel leider nicht veröffentlichen. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. historische Diskusfotos.
Generell gilt, dass wir nur solche Fotos, Artikel und Meldungen zur Veröffentlichung annehmen, die nicht gleichzeitig einer anderen Aquarienzeitschrift zum Druck angeboten werden oder gar schon woanders publiziert wurden (womöglich nur mit einer anderen Überschrift oder dem einen oder anderen ausgetauschten Bild). Die an die Redaktion geschickten Bildvorlagen und die Text-Diskette gehen nach erfolgter Drucklegung wieder an den Autor zurück.
Zur Überweisung des Honorars (nach erfolgter Veröffentlichung) bitten wir um Angabe der Bankverbindung.
Antworten auf evtl. weitere Fragen erteilt die Redaktion sehr gerne.
Narkotika für Diskusfische (Stand: Juli 2006)
In dem Fachbuch „Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen“ von Horst Köhler ist auf Seite 22 eine Tabelle „Narkotika für Zierfische“ mit fünf alternativen Substanzen zur Ruhigstellung, Betäubung und zum Töten von Fischen abgedruckt. Für zwei der Stoffe geben wir hiermit folgende Aktualisierungen aufgrund von neueren Anwendungen speziell bei Diskusfischen bekannt: Tricain (MS-222) kann aufgrund der aktuellen Gesetzeslage nicht mehr bei Argent, USA bezogen werden. Einziger uns bekannter Vertreiber in der EU ist zurzeit das britische Unternehmen Pharmaq. Das wasserlösliche MS-222 unterliegt entgegen der Meinung vieler Aquarianer weiterhin nicht dem Betäubungsgesetz und ist für Zierfische frei verkäuflich. Es wird speziell für den Fischbereich hergestellt, so dass es nicht alle Tierärzte in ihrer Apotheke führen dürften. Fachtierärzte für Fische haben es jedoch vorrätig und geben es auf Anforderung auch ab. Reines Nelkenöl (nicht etwa Nelken-Duftöl) ist in einer Dosierung von
mind. 0,5 ml / 1 l Wasser zum Einschläfern brauchbar und hat den Vorteil, dass es billig und leicht zu beschaffen ist. Wir ändern daher die Beurteilung von Nelkenöl für die Euthanasie von „ungeeignet“ in „geeignet“ ab. Nach wie vor gilt jedoch, dass das Mittel zum Betäuben eher ungeeignet ist (Ausnahme: Kois), da es schlecht zu steuern und auch nicht für alle Zierfischgattungen gleich gut verträglich ist. Schließlich möchte man seinen Diskusfisch nach dem Aufwachen aus der Narkose ohne jegliche Dauerschäden wieder im Becken schwimmen sehen.
Dr. med. vet. Sandra Lechleiter und Horst Köhler
Mebendazol-Suspension zur Bekämpfung von Kiemenwürmern vom Markt
Zur besseren Auflösung und Verteilung des Medikamentes Mebendazol im Aquarienwasser bei der Bekämpfung von Kiemenwürmern gab es in der Apotheke bisher eine fertige Suspension (Ovitelmin-Suspension), siehe Angaben dazu in dem Buch „Gesundheitsprobleme bei Diskusfischen“ ab Seite 141. Seit dem Sommer 2006 ist diese Suspension vom Markt, es gibt Mebendazol allerdings (vorerst ?) noch weiter in Tablettenform für die Behandlung von Hunden und Katzen. Das Problem bei einer Anwendung im aquaristischen Bereich besteht darin, dass der Wirkstoff einerseits kaum in Wasser löslich ist und dass es andererseits bei den behandelten Fischen je nach angewandter Dosierung zu Schleimhautschäden kommen kann. Mebendazol würde sich zwar in der einen oder anderen organischen Säure lösen, doch wäre mit einer derartigen „Ersatz-Suspension“ im weichen Wasser mit pH-Abfällen zu rechnen. Wir raten daher vorerst vor einer solchen Suspension ab.
